Superpflanze Hanf - Wird mein Pferd high?

 

Cannabis oder Hanf genießt in der Bevölkerung einen eher schlechten Ruf. Dabei biete die Nutzpflanze Hanf viele Anwendungsmöglichkeiten über den Konsum als Rauschdroge hinaus. Die kleinen Samen der Hanfpflanze stecken voller wertvoller Vitamine und Spurenelemente, die das Wohlbefinden der Pferde verbessern können.

Was die Superpflanze noch so alles kann, und warum sie eine lange Zeit in Vergessenheit geraten ist, erfahrt Ihr in diesem Blogbeitrag.

Historischer Hintergrund

Schon früh wurde den Menschen die Bedeutung der Hanfpflanze bewusst. So druckte Gutenberg seine erste Bibel auf Hanf, Kolumbus entdeckte Amerika mit Schiffen, deren Segeltuche und Tauwerke aus Hanf waren und 1776 unterzeichneten die Staaten die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf Hanfpapier. Auch zur Ernährung wurde Hanf bereits vor 12.000 Jahren als Getreide angebaut.

Die Annahme, der Konsum würde die Kriminalität erhöhen, führte Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Verbot. Bedeutende Lobbyisten könnten aber auch die Baumwollindustrie in Gefahr gesehen haben und waren so an einem Verbot der Hanfpflanze durchaus interessiert. Das Wissen rund um die Cannabispflanze und ihre gute Wirkung geriet mehr und mehr in Vergessenheit.

Anbau

Die etwas in Vergessenheit geratene Pflanze findet aktuell wieder vermehrt Einzug in die Landwirtschaft. Nach einem Anbauverbot bis 1995 ist es in Deutschland unter Beachtung von Auflagen für Landwirte wieder möglich, Cannabis auf den Acker zu bringen. Dennoch ist Frankreich gemessen an der Hektaranbaufläche weiterhin Spitzenreiter in Europa. Dank einem relativ anspruchslosen und schnellem Wachstum ohne chemische Dünger, könnte der Anbau einen wertvollen Teil für eine nachhaltige Landwirtschaft liefern. Allein der THC Gehalt reicht der Pflanze, um sich vor Schädlingen zu schützen. Zudem sind die Kosten der Produktion vergleichsmäßig gering. Durch die Nutzung aller Teile der robusten Pflanze, ist der Anbau von Hanf sehr effizient.

Fütterung von Hanf

Hanf EigenschaftenIn der Fütterung kommt vor allem der Hanfsamen zum Einsatz. In unserem Shop findet Ihr beispielsweise das STIEFEL Ergänzungsfutter HANF GANZE SAMEN. Durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und der Aminosäure Methionin, eignet sich Hanf sehr gut als Futterpflanze.  Die essentielle Aminosäure Methionin kann vom Organismus selbst nicht hergestellt werden. Umso wichtiger ist es, in der Fütterung auf ausreichende Zufuhr zu achten.

Häufig sind auch Haut- und Fellprobleme wie Schuppen oder Mauke das Resultat aus fehlenden Mineralstoffen. Besonders ein Zinkmangel, der bei vielen Pferden vorliegt, kann diese Probleme verstärken. Der hohe Gehalt an Zink in den Samen wirkt sich unterstützend auf den Hautstoffwechsel aus. Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Kalium sowie Vitamin B und Vitamin C liefern zudem eine gute Basis, die Mineralstoffversorgung abzudecken und damit die natürliche Immunabwehr zu stärken. Gerade im Fellwechsel kann die Fütterung von Hanf also hilfreich sein. Als Ergänzung zum Mineralfutter kann Hanf ganzjährig oder als Kur gefüttert werden.

Neben dem Samen kann auch der besonders eiweiß- und ballaststoffreiche Presskuchen verfüttert werden. Dieser besteht aus den Resten der Samen, nachdem das Öl ausgepresst wurde. Die Urkraft Hanfpellets bestehen aus dem Presskuchen und bieten die gesunde Alternative zu klassischen Pferdeleckerli. Ein hoher Gehalt an Ballaststoffen kann den Verdauungsapparat unterstützen.  Die leicht verdaulichen Eiweiße liefern eine gute Grundlage für einen gesunden Muskelaufbau. Auch für Pferde mit Gelenkproblemen eignet sich die Fütterung von Hanf, da die natürliche Funktion der Gelenke gestärkt werden kann.

Das beim Pressen entstehende Öl liefert ein gutes Verhältnis wichtiger Fettsäuren wie der Linolsäure, Alpha-Linolsäure, Gamma-Linolsäure und Omega-3-Fettsäuren. Hanföl wirkt sich so auch positiv auf Fell, Haut und das gesamte Immunsystem aus. In unserem Sortiment findet Ihr sowohl Öle für das Pferd, wie das Urkraft Hanföl oder das Stiefel Hanföl, als auch  das Lunderland Bio-Hanföl für den Hund. Die Pressung bei geringen Temperaturen garantiert, dass so viele Nähr- und Mineralstoffe erhalten bleiben.

Auch die Blätter der Pflanze können in der Fütterung eingesetzt werden. Nach der Trocknung werden sie zu Pulver weiterverarbeitet und liefern vor allem Kalzium und Eisen.

Wird mein Pferd high von Hanf?

Die Sorge, das Pferd könnte von der Fütterung mit Hanf einen Rausch bekommen, ist völlig unbegründet. Im Futter findet man nur den sogenannten Nutzhanf. Der für die Rauschwirkung verantwortliche TCH-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) ist bei dieser Sorte so gering, dass keine bedenkliche Wirkung zu erwarten ist. In der EU sind nur Hanfpflanzen mit weniger als 0,2% THC in der Trockenmasse laut der Positivliste Einzelfuttermittel zugelassen.

Weitere Anwendungsbereiche

Die weiblichen Pflanzen bilden die Blütenstände, welche später für die Weiterverarbeitung zu Medizinprodukten oder die Verwendung als Rausch- und Genussmittel von Bedeutung sind. Auch für den Menschen sind Hanfprodukte z.B. in Form von Schokolade, Hanfmehl oder Teigwaren zum Verzehr geeignet.

Hanftextilien werden aus den Fasern der Blüte hergestellt. Vor allem Menschen mit empfindlicher Haut oder Allergien profitieren von dem Anbau ohne chemische Pflanzenstoffdünger. Die hohe Reißfestigkeit macht sie zudem für Textilien der Automobilindustrie interessant.

Das aus Hanffasern hergestellte Papier überzeugt mit guter Festigkeit und einer langen Lebensdauer, ohne zu vergilben. Auch in der Bauindustrie findet Hanf in Form von Dämmstoffen Verwendung und leistet einen Beitrag für das Klima, indem Heizkosten gesenkt werden können.

Bei der Flachs- und Hanfgewinnung entstehen holzähnliche Schäben, die als hochwertiges Tierstreu eingesetzt werden können. Das HippoSport Hanf-Einstreu mit einer enorm hohen Saugfähigkeit (400-500%) kann das Wohlbefinden des Pferdes steigern. Es entsteht ein gutes Stallklima durch wenig Staub und geruchsbindende Eigenschaften. Durch die sparsame Entmistung und die schnelle Umsetzung nach wenigen Monaten kann das Mistaufkommen reduziert werden.

Das Potenzial der Cannabispflanze reicht also von Medizin, Textilindustrie, Bauwirtschaft, Automobilwirtschaft bis hin zu Lebensmittelbranche und Futterindustrie. Die vielfältigen Anwendungsbereiche und positiven Wirkungen der Produkte rechtfertigen also durchaus die Bezeichnung als „Super-Pflanze“.

Montag, 10 Februar 2020 11:31