{"id":1772,"date":"2021-09-14T16:47:37","date_gmt":"2021-09-14T14:47:37","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.hipposport.eu\/hippowiki\/?page_id=1772"},"modified":"2021-09-15T16:01:02","modified_gmt":"2021-09-15T14:01:02","slug":"harnsteine-urolithiasis","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/niere\/harnsteine-urolithiasis\/","title":{"rendered":"7.3. Harnsteine (Urolithiasis)"},"content":{"rendered":"<h4>Definition<\/h4>\n<p>Unter Urolithiasis wird die Bildung und Ablagerung von Konkrementen im harnbildenden und harnableitenden System verstanden. Dabei bilden sich Kristalle, Grie\u00df, Sand oder gar Steine aus organischen und anorganischen Substanzen, welche die Harnwege ganz oder teilweise verschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Die Harnsteine bestehen haupts\u00e4chlich aus Kalziumkarbonat, sowie aus Magnesiumammoniumphosphat und Oxalaten. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCHEIDEMANN 2017<\/a>)<\/p>\n<p>Betroffen sind meist \u00e4ltere Tiere, wobei ca. 75% der Harnsteine bei m\u00e4nnlichen Tieren gefunden werden (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER und STRAUB 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Urolithiasis k\u00f6nnen sich in den Nierenbecken ablagern oder von dort in die Harnleiter wandern. Diese Ablagerungsstellen sind beim Pferd jedoch eher selten vor zu finden. Eine Urolithiasis im Nierenbecken bleibt oft unbemerkt, da die gesunde Niere den Ausfall problemlos ausgleichen kann. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER und STRAUB 2016<\/a>)<\/p>\n<p>H\u00e4ufiger sind Blasensteine beim Pferd, welche frei in der Blase liegen (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER und STRAUB 2016<\/a>). Die Gr\u00f6\u00dfe, die Konsistenz und die Oberfl\u00e4che der Steine k\u00f6nnen unterschiedlich sein. Blasensteine sind meist rundlich, sandfarben und weisen eine raue oder glatte Oberfl\u00e4che auf, w\u00e4hrend Nieren- und Harnleitersteine meist kleiner und bizarr geformt sind. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCHEIDEMANN 2017<\/a>)<\/p>\n<p>Harnsteine in der Harnr\u00f6hre kommen h\u00e4ufig bei Wallachen vor (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER und STRAUB 2016<\/a>). Bei Stuten werden diese \u00fcber die kurze Harnr\u00f6hre wohl unbemerkt ausgeschieden (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCHEIDEMANN 2017<\/a>).<\/p>\n<h4>Entstehung und Ursachen<\/h4>\n<p>F\u00fcr die Entstehung der Urolithiasis tragen Harnverhaltung und eine Entz\u00fcndung der Harnwege bei. Durch den Zerfall des Gewebes entsteht ein Ausgangsprodukt als Kern f\u00fcr die Steinbildung und Kristallisation. Zudem wird eine \u00dcbers\u00e4ttigung des Harns mit Mineralstoffen wie Kalzium und Phosphor als m\u00f6gliche Ursache gesehen. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCHEIDEMANN 2017<\/a>) Weitere Ursachen k\u00f6nnen au\u00dferdem alkalische pH-Werte im Harn und einen Wassermangel sein (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>).<\/p>\n<h4>Symptome<\/h4>\n<p>Fr\u00fchsymptome die auf die Steinbildung hinweisen gibt es nicht (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCHEIDEMANN 2017<\/a>). Die Symptome sind abh\u00e4ngig von der Lokalisation, und dem Schweregrad der Obstruktion (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER und STRAUB 2016<\/a>).<\/p>\n<ul>\n<li>Harndrang, jedoch nur kleine Mengen Harnabsatz aufgrund von Schmerzen<\/li>\n<li>daf\u00fcr h\u00e4ufiger Harnabsatz<\/li>\n<li>Blut im Harn, durch die st\u00e4ndige Reizung der Schleimhaut durch den Stein.<\/li>\n<li>leichte Koliksymptome (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCHEIDEMANN 2017<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein kompletter Verschluss der Harnwege erweist sich als sehr schmerzhaft f\u00fcr das Pferd. Kommt es zu einer Blasen- oder Harnr\u00f6hrenruptur verschwinden die heftigen Symptome abrupt, gefolgt von Apathie, Inappetenz und einer Ansammlung von Urin im Bauchraum. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER und STRAUB 2016<\/a>)<\/p>\n<p>In chronisch voranschreitenden F\u00e4llen treten auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Gewichtsverlust<\/li>\n<li>Inappetenz<\/li>\n<li>Leistungsschw\u00e4che<\/li>\n<li>wiederkehrende Koliken<\/li>\n<li>zunehmende muskul\u00e4re Verspannungen im R\u00fcckenbereich (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCHEIDEMANN 2017<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Therapieunterst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen<\/h4>\n<p>Gef\u00e4hrdete Pferde sollten immer einfachen Zugang zu Trinkwasser und einem Salzleckstein haben. Die Wasseraufnahme kann durch lauwarmes Wasser oder mit etwas Apfelsaft vermischtes Wasser angeregt werden. Es empfiehlt sich, das Raufutter in der N\u00e4he der Tr\u00e4nke anzubieten. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER und STRAUB 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Die Behandlung von Harnwegsinfektionen kann durch die Gabe von Vitamin A unterst\u00fctzt werden. \u00dcberh\u00f6hte Eiwei\u00df-, Kalzium-, Phosphor- und Magnesiumgaben sollten vermieden werden. Kalziumreiche Futtermittel wie Luzerne oder R\u00fcbenschnitzel sollten an gef\u00e4hrdete Pferde nicht verf\u00fcttert werden. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Salzlecksteine<\/strong>, die eine ausreichende Salzaufnahme sichern, finden Sie in der Kategorie <strong><a href=\"\/Pferdefutter-Lecksteine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lecksteine<\/a><\/strong>.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Definition Unter Urolithiasis wird die Bildung und Ablagerung von Konkrementen im harnbildenden und harnableitenden System verstanden. Dabei bilden sich Kristalle, Grie\u00df, Sand oder gar Steine aus organischen und anorganischen Substanzen, welche die Harnwege ganz oder teilweise verschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Die Harnsteine bestehen haupts\u00e4chlich aus Kalziumkarbonat, sowie aus Magnesiumammoniumphosphat und Oxalaten. 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