{"id":1809,"date":"2021-09-15T16:06:32","date_gmt":"2021-09-15T14:06:32","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.hipposport.eu\/hippowiki\/?page_id=1809"},"modified":"2021-09-15T16:32:46","modified_gmt":"2021-09-15T14:32:46","slug":"hyperlipaemie-und-leberverfettung-hepatische-lipidose","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/leber\/hyperlipaemie-und-leberverfettung-hepatische-lipidose\/","title":{"rendered":"6.5. Hyperlip\u00e4mie und Leberverfettung (Hepatische Lipidose)"},"content":{"rendered":"<h4>Definition<\/h4>\n<p>Eine Leberverfettung tritt beim Pferd meist in Folge einer Hyperlip\u00e4mie auf. Diese beschreibt eine drastische Erh\u00f6hung der Triglyceride im Blut. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Betroffen sind \u00fcberwiegend adip\u00f6se Ponys und Esel, da sie schneller als ein Gro\u00dfpferd in der Lage sind Fett in Hunger- oder Stresszust\u00e4nden zu mobilisieren. Zudem sind Stuten h\u00e4ufiger betroffen als m\u00e4nnliche Tiere. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GEHLEN und GRABNER 2017; GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<h4>Entstehung und Ursachen<\/h4>\n<p>Ein wesentlicher Risikofaktor f\u00fcr die Entstehung einer Hyperlip\u00e4mie ist ein pl\u00f6tzliches Sistieren der Nahrungsaufnahme, aufgrund von Futterentzug\/ -mangel, Stress oder Krankheit (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>). Als Stressfaktor k\u00f6nnen alle schmerzhaften Zust\u00e4nde, sowie Koliken, Endotox\u00e4mien, Parasitenbefall, Transporte, aber auch Sozialstress gelten. Auch bei Infektionen leiden Pferde h\u00e4ufig unter Inappetenz. Ein weiterer Risikofaktor stellt der katabole Stoffwechsel einer Stute in der Hochtr\u00e4chtigkeit und Laktation dar. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Durch eine verringerte Futteraufnahme oder einen sehr hohen Energieverbrauch kommt das Pferd in eine energetische Unterbilanz. Nachdem die Energiereserven der Leber verbraucht wurden kommt es zur Mobilisation und Freisetzung von freien Fetts\u00e4uren in die Blutbahn. Die Leber synthetisiert aus ihnen Triglyceride, welche wiederum \u00fcber das Blut im K\u00f6rper verteilt werden und als Energielieferant dienen. Wird die Leber bei diesem Stoffwechselvorgang durch eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Fettmobilisation \u00fcberlastet, sind erh\u00f6hte Triglyceridgehalte im Blut die Folge.\u00a0 Von einer Hyperlipid\u00e4mie spricht man bei einem Triglyceridgehalt im Blut unter 5 mmol\/l. Zust\u00e4nde \u00fcber 5 mmol Triglyceride\/l Blut werden als Hyperlip\u00e4mie bezeichnet. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GEHLEN und GRABNER 2017<\/a>) In Folge der Entgleisung des Fettstoffwechsels lagert sich Fett in der Leber (=Fettleber) und in anderen Organen ein (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Ein gesunder Insulinstoffwechsel verhindert normalerweise das Geschehen einer Hyperlip\u00e4mie. Insulin hemmt den Abbau von Triglyceriden aus dem Fettgewebe. Zudem aktiviert es Enzyme, die die Aufnahme von Triglyceriden in die Fettzellen f\u00f6rdern. Folglich bleibt der Triglyceridgehalt im Blut im Normalbereich. Bei Pferden oder Ponys die unter einer reduzierten Insulinsensitivit\u00e4t leiden, wie es beim Equinen Metabolischen Syndrom der Fall ist, ist dieser triglyceridsenkende Effekt im Blut gest\u00f6rt, was zur Entwicklung einer Hyperlip\u00e4mie f\u00fchren kann. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GEHLEN und GRABNER 2017<\/a>)<\/p>\n<h4>Symptome<\/h4>\n<ul>\n<li>Schw\u00e4che<\/li>\n<li>Verweigerung der Futteraufnahme<\/li>\n<li>reduzierte Wasseraufnahme<\/li>\n<li>leichter Ikterus\/Gelbsucht<\/li>\n<li>Durchfall<\/li>\n<li>Koliksymptome<\/li>\n<li>\u00d6deme<\/li>\n<li>Anzeichen einer hepatischen Enzephalopathie (HE-Syndrom) zeigen (siehe Kapitel <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/leber\/chronische-leberzirrhose\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">6.4. \u201eChronische Leberzirrhose\u201c<\/a>) (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/li>\n<li>Bei einer Hyperlip\u00e4mie k\u00f6nnen neben einer Leberinsuffizienz auch eine <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/niere\/chronisches-nierenversagen\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Niereninsuffizienz<\/a> mit Polydipsie und Polyurie, sowie eine Herzinsuffizienz auftreten (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GEHLEN und GRABNER 2017<\/a>).<\/li>\n<li>In Folge eines Kreislaufversagens oder einer Leberruptur kann es zu pl\u00f6tzlichen Todesf\u00e4llen kommen (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Therapieunterst\u00fctzende F\u00fctterungsma\u00dfnahmen<\/h4>\n<p>Die Prognose des Patienten ist abh\u00e4ngig vom Zeitpunkt des Erkennens der Krankheit und dem Therapiebeginn, sowie von dem Zeitpunkt, an dem das Pferd wieder beginnt selbst zu fressen. Zuerst muss die Prim\u00e4rerkrankung, oder der Stressfaktor gefunden und behandelt werden.<\/p>\n<p>Der Appetit der erkrankten Pferde muss angeregt werden, damit sie schnellst m\u00f6glichst wieder Nahrung zu sich nehmen. Schmackhafte Futtermittel wie Gras, Karotten, Getreide und Melasse k\u00f6nnen eingesetzt werden. Bei langen Hungerphasen muss unter Umst\u00e4nden auch \u00fcber eine Therapie bez\u00fcglich einer <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/magen\/magenschleimhautentzuendung-gastritis\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Gastritis<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/magen\/magengeschwuere-magenulzera\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Magenulzera<\/a> gedacht werden. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Im Vordergrund steht die Prophylaxe zur Entstehung einer Hyperlip\u00e4mie. Gef\u00e4hrdete adip\u00f6se Pferd, Ponys und Esel sollten einer Gewichtsreduktion unterzogen werden. Hierzu geh\u00f6rt neben einer angepassten F\u00fctterung auch ein umfangreiches Bewegungstraining. Stress jeglicher Form sollte vermieden werden. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Die Reduktion des Gewichts bei Stuten sollte vor der Tr\u00e4chtigkeit erfolgen. Tr\u00e4chtige Stuten sollten bedarfsgerecht ern\u00e4hrt werden, wobei raufutterbetonte Rationen mit einer Mineralfutterzulage zu empfehlen sind. Im letzten Drittel der Tr\u00e4chtigkeit sollte die Futterration durch ein Kraftfutter erg\u00e4nzt werden. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Definition Eine Leberverfettung tritt beim Pferd meist in Folge einer Hyperlip\u00e4mie auf. Diese beschreibt eine drastische Erh\u00f6hung der Triglyceride im Blut. (GERBER et al. 2016) Betroffen sind \u00fcberwiegend adip\u00f6se Ponys und Esel, da sie schneller als ein Gro\u00dfpferd in der Lage sind Fett in Hunger- oder Stresszust\u00e4nden zu mobilisieren. Zudem sind Stuten h\u00e4ufiger betroffen als m\u00e4nnliche Tiere. (GEHLEN und GRABNER 2017; GERBER et al. 2016) Entstehung und Ursachen Ein wesentlicher Risikofaktor f\u00fcr die Entstehung einer Hyperlip\u00e4mie ist ein pl\u00f6tzliches Sistieren der Nahrungsaufnahme, aufgrund von Futterentzug\/ -mangel, Stress oder Krankheit (MEYER und COENEN 2014). 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