{"id":1828,"date":"2021-09-15T17:03:18","date_gmt":"2021-09-15T15:03:18","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.hipposport.eu\/hippowiki\/?page_id=1828"},"modified":"2021-09-15T17:05:24","modified_gmt":"2021-09-15T15:05:24","slug":"chronische-leberzirrhose","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/leber\/chronische-leberzirrhose\/","title":{"rendered":"6.4. Chronische Leberzirrhose"},"content":{"rendered":"<h4>Definition<\/h4>\n<p>\u201eAls Leberzirrhose werden degenerative Ver\u00e4nderungen des Lebergewebes bezeichnet, die durch knotige Regeneration und Fibrose charakterisiert sind. Sie f\u00fchren zu einem irreversiblen und stetig fortscheitenden Umbau des Leberparenchyms. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GRABNER 2017<\/a>)\u201c<\/p>\n<p>Unterschieden werden k\u00f6nnen eine hypertrophische und eine atrophische Leberzirrhose, welche sich auch in der Entstehung unterscheiden (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GRABNER 2017<\/a>).<\/p>\n<h4>Entstehung und Ursachen<\/h4>\n<p>Eine hypertrophische Leberzirrhose beschreibt eine grobknotige Vergr\u00f6\u00dferung der Leberzellen. Urs\u00e4chlich k\u00f6nnen eine ausgedehnte Leberzellnekrose, eine Gallengangsobstruktion durch Konkremente oder Tumore, sowie ein Parasitenbefall sein. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GRABNER 2017<\/a>) Bei letzterem scheint die Wanderung von Strongylidenlarven ausl\u00f6send zu sein (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Atrophische Leberzirrhosen stellen eine kleinknotige Verkleinerung der Leberzellen dar und sind meist Folge einer langanhaltenden Aufnahme toxischer Substanzen. Hervorzuheben ist vor allem die dauerhafte Aufnahme von Kreuzkrauten, mit den enthaltenen Pyrrolizidinalkaloiden. Sie sind die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr die Entwicklung eines chronischen Leberversagens bei Pferden. Ihre toxische Wirkung entwickeln die Pyrrolizidine erst, wenn sie in der Leber durch Enzyme zu Pyrrolen umgewandelt werden. Diese wiederum verhindern die Regeration des Lebergewebes. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GRABNER 2017<\/a>)<\/p>\n<h4>Symptome<\/h4>\n<ul>\n<li>Leitsymptom M\u00fcdigkeit<\/li>\n<li>geringgradiger Ikterus\/Gelbsucht<\/li>\n<li>Inappetenz<\/li>\n<li>mangelnde Futteraufnahme<\/li>\n<li>Abmagerung<\/li>\n<li>Absatz kleiner Kotballen<\/li>\n<li>Gelangt zu wenig Gallens\u00e4ure in das Darmlumen, k\u00f6nnen leichte Koliken aufgrund von <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/darm\/verstopfung-obstipation\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Obstipationen<\/a> auftreten. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GRABNER 2017<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Tritt ein Leberversagen auf, steigt der Gehalt der Gallens\u00e4ure im Blut an und die Pferde zeigen Symptome eines HE-Syndroms (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GRABNER 2017<\/a>). Die hepatische Enzephalopathie (HE) beschreibt eine zentralnerv\u00f6se St\u00f6rung in Folge der unzureichenden Entgiftungsleistung der Leber. Toxine k\u00f6nnen \u00fcber den Blutkreislauf im K\u00f6rper verteilt werden und so entsprechende Symptome hervorrufen. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>Die hepatische Enzephalopathie l\u00e4sst sich in unterschiedliche graduelle Stadien, von leichter Apathie bis hin zu\u00a0 komat\u00f6sen Zust\u00e4nden, einteilen. Neben Depression treten bei einem HE-Syndrom weiter Symptome wie das Pressen des Kopfes gegen die Wand, Kr\u00e4mpfe, vermehrtes G\u00e4hnen, Ataxie, Drangwandern und Verhaltens\u00e4nderungen auf. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016; GRABNER 2017<\/a>) Apathische Phasen wechseln mit Phasen des ungest\u00fcrmten Vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngens und \u00dcbererregbarkeit (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<h4>Therapieunterst\u00fctzende F\u00fctterungsma\u00dfnahmen<\/h4>\n<p>Liegt bereits ein HE-Syndrom vor, sollte die Leber \u00fcber die Ern\u00e4hrung m\u00f6glichst entlastet werden. Dazu wird die Eiwei\u00dfzufuhr auf 70-80% des Erhaltungsbedarfs reduziert. Im Gegenzug sollten m\u00f6glichst d\u00fcnndarmverdauliche Proteine in der F\u00fctterung eingesetzt werden. Der Energiebedarf der Pferde sollte \u00fcber Kohlenhydrate gedeckt werden, um eine Mobilisation von Eiwei\u00dfen aus dem K\u00f6rper zur Energiegewinnung zu verhindern. Dazu empfiehlt sich aufgeschlossenes Getreide wie Maisflocken, wobei die pr\u00e4z\u00e4kale St\u00e4rkeverdaulichkeit von 1g St\u00e4rke pro kg K\u00f6rpermasse und Mahlzeit beachtet werden muss. Viele kleine Mahlzeiten verhindern eine sto\u00dfweise Belastung der Leber durch Abbauprodukte wie Ammoniak. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Definition \u201eAls Leberzirrhose werden degenerative Ver\u00e4nderungen des Lebergewebes bezeichnet, die durch knotige Regeneration und Fibrose charakterisiert sind. Sie f\u00fchren zu einem irreversiblen und stetig fortscheitenden Umbau des Leberparenchyms. (GRABNER 2017)\u201c Unterschieden werden k\u00f6nnen eine hypertrophische und eine atrophische Leberzirrhose, welche sich auch in der Entstehung unterscheiden (GRABNER 2017). Entstehung und Ursachen Eine hypertrophische Leberzirrhose beschreibt eine grobknotige Vergr\u00f6\u00dferung der Leberzellen. Urs\u00e4chlich k\u00f6nnen eine ausgedehnte Leberzellnekrose, eine Gallengangsobstruktion durch Konkremente oder Tumore, sowie ein Parasitenbefall sein. (GRABNER 2017) Bei letzterem scheint die Wanderung von Strongylidenlarven ausl\u00f6send zu sein (GERBER et al. 2016). 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