{"id":1911,"date":"2021-09-16T15:54:20","date_gmt":"2021-09-16T13:54:20","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.hipposport.eu\/hippowiki\/?page_id=1911"},"modified":"2021-12-03T09:29:17","modified_gmt":"2021-12-03T08:29:17","slug":"toxische-darmerkrankungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/darm\/toxische-darmerkrankungen\/","title":{"rendered":"4.6. Toxische Darmerkrankungen"},"content":{"rendered":"<p>Urs\u00e4chlich f\u00fcr toxische Darmerkrankungen sind meistens endogene bakterielle Toxine, welche von Bakterien im Darm gebildet werden. Diese werden in <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/darm\/infektioese-darmerkrankungen\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">4.7. \u201einfekti\u00f6se Darmerkrankungen\u201c<\/a> beschrieben.<\/p>\n<p>Neben den Endotoxinen steht die Aufnahme exogener Gifte, in Form von Giftpflanzen und sonstigen Giften oder mit Mykotoxinen belastetem Futter, im Mittelpunkt. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<h3>4.6.1. Toxische Darmerkrankungen durch Giftpflanzen<\/h3>\n<h4>Entstehung und Ursachen<\/h4>\n<p>Pferde k\u00f6nnen giftige Pflanzen auf der Weide, \u00fcber das Rau- und Krippenfutter, sowie im Gel\u00e4nde bei einem Ausritt oder Spaziergang aufnehmen. In der Regel werden Giftpflanzen von Pferden gemieden, jedoch k\u00f6nnen unterschiedliche Faktoren und Situationen dazu f\u00fchren, dass die Tiere die Giftpflanzen doch aufnehmen. Dies geschieht zum Beispiel bei unerfahrenen Jungtieren, bei einer knappen Raufutterversorgung, sowie nach dem Trocknungs- oder Silierprozess, wodurch die Pferde die giftigen Pflanzenteile oft nicht mehr aussortieren k\u00f6nnen. Aber auch giftige, exotische Pflanzen, welche aus fremden Regionen der Welt stammen, k\u00f6nnen von Pferden h\u00e4ufig nicht richtig eingeordnet und deshalb gefressen werden. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>Die Schadwirkungen der Giftpflanzen sind von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER, COENEN 2014<\/a>). In der nachfolgenden Tabelle werden h\u00e4ufig im Futter und auf der Weide vorkommende Giftpflanzen dargestellt, die einen Schaden im Verdauungstrakt nach ihrer Aufnahme verursachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Quelle: modifiziert nach <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a><\/p>\n<table border=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Pflanzenart<\/strong><\/td>\n<td><strong>Vorkommen<\/strong><\/td>\n<td><strong>giftige Pflanzenteile<\/strong><\/td>\n<td><strong>Schadwirkungen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Adonisr\u00f6schen <em>Adonis vernalis<\/em><\/td>\n<td>Heu und Gr\u00fcnland, Wald- und Wegr\u00e4nder, kalkhaltige B\u00f6den<\/td>\n<td>gesamte Pflanze<\/td>\n<td>Schleimhautreizungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bingelkraut <em>Mercuria annua <\/em>&amp; <em>Mercuria perennis<\/em><\/td>\n<td>Wald- und Wegr\u00e4nder<\/td>\n<td>gesamte Pflanze<\/td>\n<td>Durchfall, Lebersch\u00e4digungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Buche\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Fagus sylvatica<\/em><\/td>\n<td>W\u00e4lder<\/td>\n<td>Samen<\/td>\n<td>Kolik, Kr\u00e4mpfe<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0\u00a0 Buchsbaum\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Buxus sempervirens<\/em><\/td>\n<td>Parkanlagen<\/td>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0 Bl\u00e4tter, Rinde\u00a0\u00a0\u00a0 (750g t\u00f6dlich)<\/td>\n<td>Kolik<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eiche\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Quercus ssp. <\/em><\/td>\n<td>W\u00e4lder<\/td>\n<td>unreife Fr\u00fcchte, Rinde, junge Bl\u00e4tter<\/td>\n<td>Durchfall, Kolik, Harnverf\u00e4rbungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0Eisenhut\u00a0\u00a0 <em>Aconitum napellus<\/em> &amp; <em>Aconitum vulparia<\/em><\/td>\n<td>Wald- und Wegr\u00e4nder<\/td>\n<td>gesamte Pflanze (10-12mg Aconitin t\u00f6dlich)<\/td>\n<td>Kolik<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0 Fingerhut\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Digitalis lanata, Digitalis lutea <\/em>&amp; <em>Digitalis purpurea<\/em><\/td>\n<td>Wald- und Wegr\u00e4nder<\/td>\n<td>Bl\u00e4tter und Samen (25g getrocknete Bl\u00e4tter t\u00f6dlich)<\/td>\n<td>Schleimhautreizungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Goldregen <em>Laburnum anagyroides<\/em><\/td>\n<td>Parkanlagen<\/td>\n<td>Wurzelrinde, Bl\u00fcten, Samen<\/td>\n<td>Kolik, Kr\u00e4mpfe<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Herbstzeitlose <em>Colchicum autumnale<\/em><\/td>\n<td>Heu und Gr\u00fcnland, Wald- und Wegr\u00e4nder<\/td>\n<td>gesamte Pflanze<\/td>\n<td>Schleimhautreizungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0\u00a0 Kartoffel\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Solanum tuberosum<\/em><\/td>\n<td>G\u00e4rten<\/td>\n<td>Bl\u00fcten, Beeren<\/td>\n<td>Durchfall<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0 \u00a0 Kreuzkraut\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Senecio ssp.<\/em><\/td>\n<td>Heu und Gr\u00fcnland, Wald- und Wegr\u00e4nder<\/td>\n<td>gesamte Pflanze, besonders Wurzel<\/td>\n<td>Leberfunktions-st\u00f6rungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Pflaume\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Prunus domestica<\/em><\/td>\n<td>G\u00e4rten<\/td>\n<td>unreife Fr\u00fcchte<\/td>\n<td>Kolik<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2799 size-large\" src=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/Herbstzeitlose-web-995x1024.jpg\" alt=\"getrocknete Herbstzeitlose im Heu\" width=\"995\" height=\"1024\" \/><\/p>\n<p>Abbildung: Getrocknete Herbstzeitlose aus dem Heu mit Kapselfr\u00fcchten<\/p>\n<p>Im frischen Zustand werden die giftigen Pflanzen des Gr\u00fcnlandes vom Pferd in der Regel gemieden. Durch die Konservierungsprozesse des Trocknens und Silierens k\u00f6nnen die Tiere die Giftpflanzen jedoch h\u00e4ufig nicht mehr aussortieren, sodass es vorkommen kann, dass die Giftpflanzen aus dem Heu, der Heulage und der Silage gefressen werden. Manche Giftpflanzen verlieren oder reduzieren ihre Giftwirkung durch den Konservierungsprozess, w\u00e4hrend andere ihre Giftwirkung beibehalten. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HEINRICH 2008<\/a>) Adonisr\u00f6schen, Kreuzkrautarten, sowie die Herbstzeitlose verlieren ihre Toxizit\u00e4t durch die Trocknung nicht (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>). Auch nach der Silierung sind Kreuzkraut und Herbstzeitlose nach wie vor giftig (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HEINRICH 2008<\/a>).<\/p>\n<p>Auf der Weide ist darauf zu achten, dass die Pferde keinen Zugang zu giftigen Gr\u00fcnlandpflanzen, toxischen Str\u00e4uchern und B\u00e4umen haben. Auch beim Weidezaun sollte auf die Verwendung von ungiftigem Holz Wert gelegt werden. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HEINRICH 2008<\/a>)<\/p>\n<p>\u201eGartenabf\u00e4lle\u201c wie Kastanien, Eicheln, Heidekr\u00e4uter und Hahnenfu\u00df k\u00f6nnen eine schwere Darmentz\u00fcndung nach ihrer Aufnahme verursachen und geh\u00f6ren deshalb nicht in die Reichweite der Pferde (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<h4>Therapieunterst\u00fctzende F\u00fctterungsma\u00dfnahmen<\/h4>\n<p>Hat ein Pferd giftige Pflanzen aufgenommen, sollte versucht werden, die Resorption der Giftstoffe im Organismus m\u00f6glichst zu verhindern. Bew\u00e4hrt hat sich die mehrfache orale Gabe von Aktiv-Kohle. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HEINRICH 2008<\/a>)<\/p>\n<p>Zudem sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden, welcher unter Umst\u00e4nden den Mageninhalt mit den Giftpflanzen abhebern und den Patienten danach entsprechend weiter therapieren wird. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<h3>4.6.2. Toxische Darmerkrankungen durch sonstige Gifte<\/h3>\n<h4>Entstehung, Ursachen und jeweilige Symptome<\/h4>\n<p>Sonstigen Gifte, die Pferde aufnehmen k\u00f6nnen, stammen aus Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmitteln, D\u00fcngemitteln und Futterzusatzstoffen (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>). Jedoch k\u00f6nnen auch Metalle oder Pestizide giftige Stoffe enthalten, welche zu Vergiftungen f\u00fchren k\u00f6nnen (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Zu den Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmitteln z\u00e4hlen die Rodentizide, Insektizide, Herbizide und Schneckengifte (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Rodentizide werden vor allem in R\u00e4umen zur Lagerung von Futtermitteln zur Bek\u00e4mpfung von M\u00e4usen und Ratten angewandt, wo sie das Futter kontaminieren k\u00f6nnen. Die enthaltenen Wirkstoffe hemmen meist die Blutgerinnung des Tieres. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>So kann es bei Pferden zu Reizungen im Magen-Darm-Bereich, sowie H\u00e4matombildungen und Einblutungen in das Darmlumen kommen, was einen blutigen Kot zur Folge hat. Vergiftungen mit Pestiziden k\u00f6nnen jedoch auch Folge einer Parasitenbek\u00e4mpfung beim Pferd sein. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Insektizide kommen zum Einsatz bei der Bek\u00e4mpfung von Futtermilben, sowie bei der Desinfektion von Silos (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>). Sie k\u00f6nnen nach einer Aufnahme durch ein Pferd unter anderem zu einer Hyperperistaltik und Kolikerscheinungen f\u00fchren (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Herbizide wirken auf S\u00e4ugetiere nur giftig, wenn die behandelte Fl\u00e4che nach der Anwendung des Unkrautbek\u00e4mpfungsmittels nicht vorschriftgem\u00e4\u00df, zu schnell wieder genutzt wird. So kann eine Aufnahme von gro\u00dfen Mengen Glyphosat zu <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/niere\/akutes-nierenversagen\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Niereninsuffizienz<\/a> und gastrointestinalen St\u00f6rungen wie Durchfall f\u00fchren. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>) Auch arsenhaltige Herbizide k\u00f6nnen zu einer akuten h\u00e4morrhagischen <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/darm\/darmentzuendung-enteritis\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Darmentz\u00fcndung<\/a> mit Durchfall, Hyperperistaltik und Koliken, sowie einer Leber- und Nierendegeneration f\u00fchren (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Auch gut haftende D\u00fcngemittel k\u00f6nnen bei unsachgem\u00e4\u00dfer Verwendung Futtermittel kontaminieren. Grunds\u00e4tzlich sollten die Hinweise zur Wartezeit nach dem Ausbringen des D\u00fcngemittels auf die Weide beachtet werden. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>Es gibt einige, f\u00fcr Pferde hochtoxische Futterzusatzstoffe, welche f\u00fcr andere Tierarten zugelassen sind, wie beispielsweise die Ionophore f\u00fcr Gefl\u00fcgelfutter. Diese Zusatzstoffe k\u00f6nnen durch Kontaminationen oder Fehlmischungen ins Pferdemischfutter gelangen. Auch die Gabe von Futtermitteln, welche lediglich f\u00fcr eine andere Tierart bestimmt sind, kann zu Koliksymptomen f\u00fchren. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>Aber auch eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Zufuhr des Spurenelements Selen, durch eine unsachliche Verabreichung von Zusatzfuttermitteln f\u00fcr Pferde und Medikamenten kann Vergiftungssymptome wie Durchfall hervorrufen (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>).<\/p>\n<p>Wird eine f\u00fcr Pferde nicht getestete Einstreu verwendet und gefressen, kann auch diese unter Umst\u00e4nden zu <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/darm\/darmentzuendung-enteritis\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Darmentz\u00fcndungen<\/a> f\u00fchren. Auch die Wasserquelle sollte bei Durchfallerkrankungen nicht ganz au\u00dfer Acht gelassen werden. Diese k\u00f6nnte das Wasser mit Blaualgen belasten. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen auch viele Medikamente toxisch wirken. Vor allem nicht steroidale Entz\u00fcndungshemmer sind in der Lage Darmsch\u00e4digungen zu verursachen. Auch Antibiotika jeglicher Art k\u00f6nnen eine <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/darm\/darmentzuendung-enteritis\/akute-darmentzuendung-akute-darmenteritis\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">akute Darmentz\u00fcndung<\/a> ausl\u00f6sen. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<p>Vergiftungen durch Metalle werden heutzutage immer seltener. Alte Wasserrohre aus Blei k\u00f6nnen zu einer Bleivergiftung mit Durchfall und Koliken f\u00fchren. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GERBER et al. 2016<\/a>)<\/p>\n<h3>4.6.3. Toxische Darmerkrankungen durch Mykotoxine<\/h3>\n<h4>Definition<\/h4>\n<p>Mykotoxine sind sekund\u00e4re Stoffwechselprodukte der Pilze. Zum Pilzbefall und zur Mykotoxinbildung im Rau- und Krippenfutter kann es vor der Ernte (Feldpilze) oder nach der Ernte, w\u00e4hrend der Lagerung (Lagerpilze) kommen. Die Wirkungen und der Wirkungsort der verschiedenen Mykotoxine im Pferdek\u00f6rper sind je nach Toxin unterschiedlich. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<h4>Entstehung, Ursachen und jeweilige Symptome<\/h4>\n<p>Zu den Feldpilzen z\u00e4hlen vor allem <em>Fusarium ssp<\/em>. und <em>Alternaria ssp.<\/em>. Fusarien befallen Getreide und bilden unter anderem das Mykotoxin Deoxynivalenol (=DON). Die Wirkungen von Deoxynivalenol sind beim Pferd noch nicht vollst\u00e4ndig erforscht, jedoch konnte die Verweigerung der Futteraufnahme nach hohen DON-Aufnahmen beobachtet werden.<\/p>\n<p>Zudem k\u00f6nnen nach der Aufnahme von T2- und\/oder HT2-Toxinen, gebildet von <em>Fusarium<\/em> und <em>Trichoderma<\/em> Unterarten im Getreide, Schleimhautl\u00e4sionen und blutiger Durchfall auftreten. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>Rotklee, Wei\u00dfklee und Luzerne k\u00f6nnen vom Pilz <em>Rhizoctomia leguminocola<\/em> befallen werden, welcher das Mykotoxin Slaframin produziert. Dieses kann nach einer Aufnahme durch das Tier starke Speichelbildung zur Folge haben, weshalb die Erkrankung auch \u201eSlobber Disease\u201c \/ \u201eSpeichelkrankheit\u201c genannt wird. Neben dem verst\u00e4rkten Speicheln treten auch Fressunlust, Durchfall und ein vermehrter Harnabsatz auf.<\/p>\n<p>In feuchtem Heu und Stroh kann <em>Stachybotrys atra<\/em> die Mykotoxine Satratoxin, Verrucarine und Roridine bilden, welche Schleimhautl\u00e4sionen, Durchfall und Speichelfluss ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>Die Lagerpilze <em>Aspergillus<\/em> und <em>Penicillium<\/em> k\u00f6nnen das Ochratoxin A bilden, welches die Nieren sch\u00e4digt. Spezies des <em>Aspergillus<\/em> k\u00f6nnen zudem Aflatoxine produzieren, die zu Lebersch\u00e4digungen f\u00fchren.\u00a0 Belastet durch die Mykotoxine der Lagerpilze sind meist Mais und Weizen. (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>)<\/p>\n<p>Auch das Mykotoxin Zearalenon bei Getreide, und Ergotalkaloide (Mutterkorn) bei Roggen und Grassamen kommen vor, f\u00fchren jedoch prim\u00e4r nicht zu St\u00f6rungen im Verdauungstrakt (<a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/eevp\/literaturverzeichnis\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MEYER und COENEN 2014<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urs\u00e4chlich f\u00fcr toxische Darmerkrankungen sind meistens endogene bakterielle Toxine, welche von Bakterien im Darm gebildet werden. Diese werden in 4.7. \u201einfekti\u00f6se Darmerkrankungen\u201c beschrieben. Neben den Endotoxinen steht die Aufnahme exogener Gifte, in Form von Giftpflanzen und sonstigen Giften oder mit Mykotoxinen belastetem Futter, im Mittelpunkt. (GERBER et al. 2016) 4.6.1. Toxische Darmerkrankungen durch Giftpflanzen Entstehung und Ursachen Pferde k\u00f6nnen giftige Pflanzen auf der Weide, \u00fcber das Rau- und Krippenfutter, sowie im Gel\u00e4nde bei einem Ausritt oder Spaziergang aufnehmen. In der Regel werden Giftpflanzen von Pferden gemieden, jedoch k\u00f6nnen unterschiedliche Faktoren und Situationen dazu f\u00fchren, dass die Tiere die Giftpflanzen doch<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1860,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"coauthors":[94],"class_list":["post-1911","page","type-page","status-publish","hentry","style--link-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1911","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1911"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1911\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3373,"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1911\/revisions\/3373"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1860"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1911"}],"wp:term":[{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=1911"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}