{"id":1445,"date":"2019-05-15T09:38:19","date_gmt":"2019-05-15T07:38:19","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.hipposport.eu\/hippowiki\/?p=1445"},"modified":"2022-02-21T12:45:52","modified_gmt":"2022-02-21T11:45:52","slug":"dauerhaft-rittigkeitsprobleme-beckenschiefstand-lendenwirbelprobleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/gastbeitraege\/dauerhaft-rittigkeitsprobleme-beckenschiefstand-lendenwirbelprobleme\/","title":{"rendered":"Dauerhaft Rittigkeitsprobleme? Beckenschiefstand? Lendenwirbelprobleme?"},"content":{"rendered":"<p>Ihr Physiotherapeut k\u00f6nnte jede Woche kommen? Wenn Ihr Pferd behandelt ist, h\u00e4lt das einige Tage vor, aber leider nicht wirklich l\u00e4nger, dann stellen sich die Probleme wie gehabt wieder ein? Warum?<\/p>\n<p>Der Sattel passt. Ihr Sitz und Reitlehrer auch. Das Pferd wurde evtl. auch schon ger\u00f6ntgt und anderweitig tier\u00e4rztlich untersucht, evtl. auch schon wegen irgendwelcher Befunde (die jedes Pferd irgendwann aufweist) behandelt. Leider ohne ein dauerhaft positives Ergebnis.<\/p>\n<p>Sie sind ratlos?<\/p>\n<p>Oft steckt eine Darmdysbiose (=Darmfehlbesiedelung) als Ursache f\u00fcr die Dauerproblematik dahinter. Viele Tier\u00e4rzte ziehen das nicht wirklich in Betracht. Aber Darmprobleme sind weiter auf dem Vormarsch, beim Pferd ebenso wie beim Menschen.<\/p>\n<p>Darmprobleme k\u00f6nnen sich einerseits direkt in Darmsymptomen wie Aufgasen oder Kotwasser und Koliken, evtl. auch Magerkeit trotz ausreichend Futter \u00e4u\u00dfern. Andererseits k\u00f6nnen Darmprobleme sich auch ohne weiteres als chronisches Leberproblem \u00e4u\u00dfern, als Allergie, als neurologisches Problem wie z.B. Headshaken oder eben auch oft als Dauerblockaden im R\u00fccken, Becken, Lendenwirbelbereich, die nicht zuverl\u00e4ssig abzustellen sind.<\/p>\n<p>Dies l\u00e4sst sich leicht feststellen durch eine Mikrobiologie des Dickdarminhaltes. Das ist eine spezielle Kotuntersuchung, mittels derer sich feststellen l\u00e4sst, ob sich Keime im Dickdarm in relevanter oder krankhaft erh\u00f6hter Zahl auffinden lassen, die dort nicht hingeh\u00f6ren, wie z.B. Hefen, Enterobacter, Acinetobacter oder auch Pseudomonas. Auch l\u00e4sst sich testen, ob gen\u00fcgend gesundes Darmmikrobiom (=Gesamtheit aller gesunden Darmkeime) im Dickdarm vorhanden sind.<\/p>\n<p>Die meisten Labore bieten das \u00fcber den Tierarzt an. Da aber oft Anzuchtmedien f\u00fcr die Keime verwendet werden, auf denen nicht alle relevanten Keime wachsen k\u00f6nnen, wird fast immer nur eine Untersuchung auf Standardkeime durchgef\u00fchrt. Das Ergebnis solcher Untersuchungen ist in der Regel nicht \u00a0ausreichend.<\/p>\n<h2><strong>Wie also kann eine Darmfehlbesiedelung Einfluss auf den R\u00fccken und die Rittigkeit nehmen?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Darmschleimhaut als gr\u00f6\u00dfte aller K\u00f6rperoberfl\u00e4chen des Pferdes ist von einem dichten Nervengeflecht durchzogen, man spricht hier auch vom \u201cDarmhirn\u201c. Diese Nervenbahnen sind dicht gepackt und enden im R\u00fccken, im Becken, im Lendenwirbelbereich, in der Schulter. Wenn im Dickdarm eine Dysbiose vorherrscht, wird keine normale Verdauung stattfinden k\u00f6nnen. Das muss man keineswegs an spezifischen Darmsymptomen wie z.B. Kotwasser erkennen k\u00f6nnen. Wenn die Verdauung beim Pferd nicht normal abl\u00e4uft, k\u00f6nnen zu viele Giftstoffe w\u00e4hrend des Verdauungsvorgangs entstehen. Diese Giftstoffe reizen die Darmschleimh\u00e4ute. Wenn das Problem im Darm unerkannt schon einige Zeit besteht, wird aus der Reizung der Schleimhaut irgendwann eine Entz\u00fcndung. Beim Menschen w\u00fcrde man hier von einer sogenannten \u201eSilent Inflammation\u201c sprechen. Diese Entz\u00fcndung findet man in aller Regel nicht in den Entz\u00fcndungsmarkern in einem Blutbild, was die Diagnose f\u00fcr den Tierarzt erschwert.<\/p>\n<p>Wenn die Schleimhaut entz\u00fcndet ist, sind auch die innervierenden Nervenfasern des Darmhirns gereizt und entz\u00fcndet. Da diese Nervenfasern in die erw\u00e4hnten R\u00fcckenbereiche m\u00fcnden, sind auch die dortigen Nervenfasern betroffen. Das f\u00fchrt zu Schmerzen und m\u00f6glicherweise zu Blockaden.<\/p>\n<p>Deshalb kann auch der Therapeut, oder auch der Tierarzt nicht dauerhaft helfen, da die Quelle f\u00fcr die Probleme im Darm liegt.<\/p>\n<p>Da es wenig Sinn macht, ins Blaue hinein zu therapieren oder den Darm nach dem Gie\u00dfkannenprinzip &#8222;Viel hilft viel&#8220; zu sanieren, empfehle ich immer vorrangig, die Ern\u00e4hrung auf getreidefrei, zuckerfrei (soweit m\u00f6glich), bioverf\u00fcgbar-mineralstoffreich und kr\u00e4uterfrei (Kr\u00e4uter k\u00f6nnen die Darmschleimh\u00e4ute bei Dauergebrauch zus\u00e4tzlich reizen) umzustellen, z.B. mit <strong><u><a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/HBDS-Futter-VITALO-fuer-Pferde-10kg\">HBD\u2019s\u00ae Vitalo<\/a><\/u><\/strong> und <strong><u><a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/HBDS-Mineralfutter-HORSEMINERAL-OHNE-M-A-BT-PELLETIERT-fuer-Pferde\">HBD\u2019s\u00ae HorseMineral melassefrei<\/a><\/u><\/strong>.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Schadkeime die im Darm siedeln k\u00f6nnten, ern\u00e4hren sich von Getreidest\u00e4rke und Zucker, so dass man mit der Ern\u00e4hrungsumstellung bereits einen ersten Schritt in die richtige Richtung geht.<\/p>\n<p>Alles Weitere\u00a0kann man von den Laborergebnissen abh\u00e4ngig machen, um dann zielgerichtet den Darm zu sanieren. Ganz nach dem Motto: Erst Information, dann Aktion! Das spart Zeit und vor allem auch Kosten.<\/p>\n<p><em>Verfasser:\u00a0Anja Beifuss,\u00a0Dipl. Ing. (FH), GL Tierern\u00e4hrung HBD-Agrar e.K.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr Physiotherapeut k\u00f6nnte jede Woche kommen? Wenn Ihr Pferd behandelt ist, h\u00e4lt das einige Tage vor, aber leider nicht wirklich l\u00e4nger, dann stellen sich die Probleme wie gehabt wieder ein? Warum? Der Sattel passt. Ihr Sitz und Reitlehrer auch. Das Pferd wurde evtl. auch schon ger\u00f6ntgt und anderweitig tier\u00e4rztlich untersucht, evtl. auch schon wegen irgendwelcher Befunde (die jedes Pferd irgendwann aufweist) behandelt. Leider ohne ein dauerhaft positives Ergebnis. Sie sind ratlos? Oft steckt eine Darmdysbiose (=Darmfehlbesiedelung) als Ursache f\u00fcr die Dauerproblematik dahinter. Viele Tier\u00e4rzte ziehen das nicht wirklich in Betracht. 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