{"id":473,"date":"2021-02-08T10:18:00","date_gmt":"2021-02-08T09:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.hipposport.eu\/hippowiki\/?p=473"},"modified":"2022-07-20T11:09:24","modified_gmt":"2022-07-20T09:09:24","slug":"reine-nervensache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/pferdegesundheit\/nervenkostuem\/reine-nervensache\/","title":{"rendered":"Reine Nervensache"},"content":{"rendered":"\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-474\" src=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/Reine-Nervensache-Feb-2021_III-Kopie.jpg\" alt=\"Verladetraining mit Pferd\" width=\"308\" height=\"308\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Alltag unserer Pferde gleicht nicht immer einem &#8222;Ponyhof&#8220;. Anstrengende Trainingseinheiten, lange Transporte und Turnieratmosph\u00e4re stellen die Nerven unserer Sportpartner h\u00e4ufig auf eine harte Zerrei\u00dfprobe. Ist das Pferd zus\u00e4tzlich von Natur aus schon nerv\u00f6s und schreckhaft, werden selbst einfache Situationen zur Herausforderung: Die Abschwitzdecke \u00fcber der Hallenbande, ein Spazierg\u00e4nger mit buntem Regenschirm oder ein unangenehmer Boxennachbar k\u00f6nnen da schon ausreichen, um das Pferd v\u00f6llig aus der Ruhe zu bringen. Wie das Nervensystem des Pferdes funktioniert und welche Erg\u00e4nzungsfutter ihr zur Unterst\u00fctzung f\u00fcttern k\u00f6nnt, erfahrt ihr in diesem Blog-Beitrag.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Nervensystem unserer Pferde<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Nervensystem unserer Pferde ist ein hoch komplexes Gebilde und verbindet alle Informationen, die sowohl von au\u00dfen, als auch von innen auf das Pferd wirken. Es nimmt Ver\u00e4nderungen der \u00e4u\u00dferen Umwelt und inneren Umgebung eines Organismus wahr und verarbeitet diese Informationen in elektrische Signale. Diese Ver\u00e4nderungen der Informationen werden \u00fcber Nerven und ihre Endigungen aufgenommen und an das Gehirn weitergeleitet. Dort werden die Informationen in Zusammenhang gebracht und verarbeitet. Das Gehirn kann sich an vorhandene Signale erinnern und eine schnelle Antwort liefern. Wenn ein unbekannter Reiz auf Gehirnstrukturen trifft, k\u00f6nnen neue Verkn\u00fcpfungen erstellt werden, um den diesen beim erneuten Auftreten einordnen zu k\u00f6nnen. Das bedeutet, dass der Reiz beim n\u00e4chsten Mal erkannt und die gelernte Antwort \u00fcber die Verkn\u00fcpfungen an den Organismus weitergeleitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Weg vom Gehirn bis in die Zelle &#8211; so funktioniert die Reiz\u00fcbertragung<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-476\" src=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/Reine-Nervensache-Feb-2021_IV-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"358\" \/><\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den Organismus wirken sek\u00fcndlich unglaublich viele Reize, wie die Wahrnehmung der Temperatur, visuelle Eindr\u00fccke oder auch Schmerzreize. Alle diese Reize haben etwas gemeinsam. Sie werden auf die gleiche Art und Weise aufgenommen und \u00fcber Nervenzellen an das Gehirn weitergeleitet. F\u00fcr die Weiterleitung der Information sind die Nervenzellen \u00fcber Schnittstellen miteinander verbunden. Diese Schnittstellen ben\u00f6tigen spezielle Botenstoffe (so genannte Neurotransmitter), damit Reize weitergeleitet werden k\u00f6nnen. Je nachdem im welchem Bereich der Reiz im Nervensystem ausgel\u00f6st wird, werden andere Botenstoffe ben\u00f6tigt. Je nach Botenstoff kann ein Reiz hemmend oder erregend sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum euer Pferd Gespenster sieht<\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum vegetativen Nervensystem z\u00e4hlen der Sympathikus und der Parasympathikus. Der Sympathikus wirkt aktivierend auf das System und sorgt f\u00fcr einen erh\u00f6hten Erregungszustand bei tats\u00e4chlicher oder gef\u00fchlter Belastung beziehungsweise Stress. Die bekannte \u201eFight-or-flight\u201c Reaktion findet in diesem Fall statt. Der K\u00f6rper befindet sich in einer erh\u00f6hten Alarmbereitschaft, die Herzt\u00e4tigkeit, der Blutdruck und der Muskeltonus steigen und dem K\u00f6rper wird Energie zur Verf\u00fcgung gestellt. Befindet sich ein Pferd in solch einem nerv\u00f6sen Zustand wird es in jeder Ecke ein Gespenst sehen, kaum etwas fressen, h\u00e4ufig \u00e4ppeln und unter Spannung stehen.<\/p>\r\n<h3>Wie empfindet euer Pferd Stress?<\/h3>\r\n<p>Stress ist f\u00fcr das Fluchttier Pferd ein nat\u00fcrlicher Schutzmechanismus, um in der freien Wildbahn \u00fcberleben zu k\u00f6nnen. Ungew\u00f6hnlich laute Ger\u00e4usche und Situationen, die das Tier nicht kennt, werden als Gefahr eingestuft und f\u00fchren zu einer erh\u00f6hten Aussch\u00fcttung von Stresshormonen. Das signalisiert dem Organismus mehr Energie f\u00fcr die Flucht bereit zu stellen. Der Abbau von Stress \u00fcber die Bewegung ist im Alltag unserer heutigen Pferde, vergleichbar zu Wildpferden, meist nicht oder nur stark eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. W\u00e4hrend kurzzeitiger Stress ein nat\u00fcrlicher Schutzinstinkt ist, kann Dauerstress zu Magenproblemen oder Muskelverspannungen f\u00fchren. Pferde, die bei jeder Kleinigkeit die Nerven verlieren, brauchen besondere Aufmerksamkeit. Nicht nur Anti-Schreck-Training und ganz viel Ruhe im Umgang mit dem Tier, sondern auch die richtige F\u00fctterung k\u00f6nnen deinem Pferd wieder zu mehr Nervenst\u00e4rke verhelfen. Fehlen bestimmte N\u00e4hrstoffe, kann der Organismus anf\u00e4lliger f\u00fcr Stress sein.<\/p>\r\n<p>Die Stressreaktion kann viele unterschiedliche Gr\u00fcnde haben. Zum einen kann das Pferd eine f\u00fcr ihn erschreckende Sinneswahrnehmung gehabt haben, es kann durch sozialen Druck gestresst sein oder sein Allgemeinbefinden und seine k\u00f6rperliche Verfassung lassen keine andere Wahrnehmung zu. Befindet sich ein Pferd zum Beispiel in einer Mangelsituation stresst dies den K\u00f6rper. Auch kleine M\u00e4ngel k\u00f6nnen als Stressoren wirken und so den Organismus negativ beeinflussen. Daher ist es sehr wichtig, dass Pferden ausreichend Wasser zur Verf\u00fcgung steht, sie gut mit Mineralstoffen und Vitaminen versorgt sind und auch ihre Bed\u00fcrfnisse nach sozialem Kontakt, Auslauf und gen\u00fcgend Rohfaser gestillt werden. Denn Kauen beruhigt Pferde, weshalb ausreichend Raufutter die Grundlage jeder F\u00fctterung darstellen sollte.<\/p>\r\n<p>Mehr zum Thema Stress findet ihr im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/pferdegesundheit\/stress-bei-pferden-was-koennt-ihr-tun\/\">&#8222;Stress beim Pferd &#8211; Was k\u00f6nnt ihr tun?&#8220;<\/a>.<\/p>\r\n<h2>Welche Erg\u00e4nzungsfutter k\u00f6nnen das Nervensystem eures Pferdes unterst\u00fctzen?<\/h2>\r\n<p>Das Nervensystem ist daf\u00fcr zust\u00e4ndig, alle Informationen und Eindr\u00fccke zu verarbeiten und die aufgenommenen Reize schlussendlich an das Gehirn weiterzuleiten. Es ist daher unbedingt wichtig, die Nervenzellen optimal zu ern\u00e4hren, sodass eine bestm\u00f6gliche Signalweiterleitung garantiert werden kann.<\/p>\r\n<p>Bestimmte Stoffe, wie Magnesium oder Tryptophan, k\u00f6nnen unseren Pferden dabei helfen aus dem erregten Zustand zu kommen. Beide Elemente sind Bausteine f\u00fcr Neurotransmitter, welche die Signalweiterleitung im Nervensystem verbessern. Indirekt stehen aber auch Vitalstoffe wie Zink, Kobalt und Mangan als Co-Faktoren unterschiedlichster Stoffwechselvorg\u00e4nge mit der psychischen Belastbarkeit in Zusammenhang.<\/p>\r\n<p><u><a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/lexikon\/magnesium-mg\/\">Magnesium<\/a><\/u> ist ein bedeutsames Mengenelement, das am Aufbau gesunder Knochen beteiligt ist, aber auch eine wichtige Rolle f\u00fcr die Enzyme in Nerven- und Muskelgewebe spielt. Wird ein Pferd trainiert und die Muskulatur beansprucht, dann ben\u00f6tigt es mehr Magnesium. Wird in diesem Fall kein oder zu wenig Magnesium \u00fcber die Nahrung zugef\u00fchrt kann das Pferd in einen nerv\u00f6sen Zustand kommen. Damit das Pferd wieder entspannter wird reicht es oft ihm, \u00fcber das Mineralfutter oder einem speziellen Erg\u00e4nzungsfutter, Magnesium zu verabreichen.<\/p>\r\n<p>Auch kann die Gabe von <u><a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/lexikon\/tryptophan\/\">Tryptophan<\/a><\/u> beruhigend auf Pferde wirken, denn die essenzielle Aminos\u00e4ure, die \u00fcber die Nahrung aufgenommen werden muss, kann im Organismus zu Serotonin umgewandelt werden. Serotonin wirkt als Botenstoff und als Stimmungsaufheller und wird auch als Gl\u00fcckshormon bezeichnet.<\/p>\r\n<p>Spezielle Kr\u00e4uter k\u00f6nnen sich ebenfalls positiv auf den Pferdeorganismus auswirken. Die darin enthaltenden sekund\u00e4ren Pflanzenstoffe k\u00f6nnen auf bestimmte Bereich im Organismus und im Nervensystem positiv und abregend wirken. Hierzu z\u00e4hlt unter anderem Baldrian. Studien zeigen, dass die in Baldrian enthaltenden Inhaltsstoffe hemmend auf Botenstoffe im Zentralnervensystem wirken und dadurch eine beruhigende Wirkung auf den Organismus haben k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p>Zusatzfutter, wie das <u><a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/HIPPOSPORT-Ergaenzungsfutter-NERVBLOXX-fuer-Pferde-600g\">HippoSport NervBloxx<\/a><\/u>, k\u00f6nnen dazu beitragen, dass euer Pferd auch in schwierigen Situationen einen k\u00fchlen Kopf bewahrt. Neben hoch dosiertem L-Tryptophan und Magnesium erg\u00e4nzen wertvolle Kr\u00e4uter die beruhigende Wirkung. Baldrian kann daf\u00fcr sorgen, dass Botenstoffe im Zentralnervensystem gehemmt werden, was \u00dcberreaktionen verhindert. Sekund\u00e4re Pflanzenstoffe aus der Passionsblume k\u00f6nnen sich bei Unruhezust\u00e4nden stressmildern auswirken. Die abgestimmte Kombination beruhigender Komponenten kann schon bei geringer F\u00fctterungsmenge zu mehr Konzentration und mentaler Gelassenheit beitragen. So wird auch ein nerv\u00f6ser Zappelphilipp zu einem tiefenentspannten Freizeitpartner mit starken Nerven.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Alltag unserer Pferde gleicht nicht immer einem \u201ePonyhof\u201c. Anstrengende Trainingseinheiten, lange Transporte und Turnieratmosph\u00e4re stellen die Nerven unserer Sportpartner h\u00e4ufig auf eine harte Zerrei\u00dfprobe. Ist das Pferd zus\u00e4tzlich von Natur aus schon nerv\u00f6s und schreckhaft, werden selbst einfache Situationen zur Herausforderung. 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