{"id":570,"date":"2018-06-13T16:31:59","date_gmt":"2018-06-13T14:31:59","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.hipposport.eu\/hippowiki\/?p=570"},"modified":"2022-04-06T14:43:05","modified_gmt":"2022-04-06T12:43:05","slug":"fruktan-die-gefahr-die-im-gras-lauert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/pferdefuetterung\/fruktan-die-gefahr-die-im-gras-lauert\/","title":{"rendered":"Fruktan &#8211; Die Gefahr, die im Gras lauert"},"content":{"rendered":"\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist eigentlich Fruktan?<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Fruktan ist ein <strong>langkettiges Kohlenhydrat<\/strong>, welches in Pflanzen als kurzzeitiger Energiespeicher dient. Es wird haupts\u00e4chlich im Stengel der Pflanze gespeichert. Als langfristiger Energiespeicher dient St\u00e4rke, welche in den Bl\u00e4ttern der Pflanze gespeichert wird.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2><strong>Wann produziert die Pflanze Fruktan?<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Durch die Photosynthese produziert die Pflanze Energie. Kann die Pflanze wachsen, wird die bereitgestellte in das langkettige Strukturkohlenhydrat Zellulose umgewandelt.<br \/>Kann die Pflanzen nicht wachsen, aufgrund von K\u00e4lte, Hitze oder Wassermangel, wird die produzierte Energie in Form von Fruktan zwischengespeichert.<br \/>Bei Lichtmangel, nachts oder bei bew\u00f6lktem Himmel, kann die Pflanze keine Photosynthese betreiben. Sie produziert dann keine Energie. Sind die sonstigen Wachstumsbedingungen optimal, wird Fruktan aus den Energiespeichern zum Wachsen herangezogen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<table border=\"1\">\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td><b>Wetter<\/b><\/td>\r\n<td><b>Energieproduktion<\/b><\/td>\r\n<td><b>Wachstum<\/b><\/td>\r\n<td><b>Fruktangehalt<br \/>in der Pflanze<\/b><\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Kaltes Wetter (unter 10\u00b0C) oder Frost,<br \/>bedeckter Himmel<\/td>\r\n<td>mittel<\/td>\r\n<td>kein Wachstum<\/td>\r\n<td>hoch<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Kaltes Wetter (unter 10\u00b0C) oder Frost,<br \/>sonnig<\/td>\r\n<td>hoch<\/td>\r\n<td>kein Wachstum<\/td>\r\n<td>extrem hoch<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Warmes Wetter mit bedecktem Himmel<br \/>oder Regen<\/td>\r\n<td>gering<\/td>\r\n<td>starkes Wachstum<\/td>\r\n<td>gering<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Warmes Wetter und sonnig, ausreichend<br \/>Feuchtigkeit<\/td>\r\n<td>hoch<\/td>\r\n<td>starkes Wachstum<\/td>\r\n<td>mittel<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td>Hitze, sonnig und fehlende<br \/>Feuchtigkeit<\/td>\r\n<td>hoch<\/td>\r\n<td>geringes Wachstum<\/td>\r\n<td>hoch<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Fruktangehalt im Gras ist aber nicht nur vom Wetter abh\u00e4ngig. Die Pflanzenart, der Teil der Pflanze, die Tages- und Jahreszeit, sowie die Reife der Pflanze beeinflussen den Gehalt an Fruktan. <strong>Fruktanarme Gr\u00e4ser<\/strong> sind zum Beispiel das Knaulgras, Rotschwingel und das Wiesenlieschgras. Zu den <strong>frunktanreichen Gr\u00e4sern<\/strong> z\u00e4hlen Weisenschwingel und das Deutsche Weidelgras.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"432\" class=\"wp-image-572\" src=\"https:\/\/www.hipposport.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/Graeser-Fruktan-1024x432.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2><strong>Die T\u00fccken des Fruktan<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Viele Pferdehalter bef\u00fcrchten die Folgen einer hohen Fruktanaufnahme auf hohen, satten Weiden. Der Fruktangehalt ist jedoch im Blatt geringer, als im Stengel. Das Pferd nimmt deshalb auf einer satten Weide pro Kilo Gras weniger Fruktan auf, als auf einer abgegrasten Weide. Andererseits kann das Pferd auf einer abgegrasten Weide in der gleichen Zeit deutlich weniger Gras aufnehmen.<br \/>Eine bei langer Trockenheit verdorrte Weide sieht f\u00fcr uns energiearm aus. Jedoch ist das Gras in diesem Fall sehr gestresst, da es nicht wachsen kann, und lagert viel Fruktan ein.<br \/>Um den Fruktangehalt im Gras zu verringern sollte zudem die Koppel im Fr\u00fchjahr ged\u00fcngt werden. So kann das Gras besser wachsen und weniger Fruktan wird eingespeichert.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3><strong>Die Auswirkungen von Fruktan im Pferdeorganismus<\/strong><\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Fruktan kann vom Pferd im D\u00fcnndarm nicht durch Enzyme aufgeschlossen werden und gelangt in den Dickdarm. Dort kommt es durch den Abbau der Fruktane zur Ver\u00e4nderung der Darmflora. Dabei entstehen Gase und Toxine. Die Gase machen sich als vermehrte <strong>Bl\u00e4hungen<\/strong> bis hin zu <strong>Gaskoliken<\/strong> im Dickdarm bemerkbar. Die entstehenden Toxine greifen die Darmschleimhaut an, was zu Malabsorption (N\u00e4hrstoffe k\u00f6nnen vom Darm nicht mehr richtig aufgenommen werden), Immunschw\u00e4che, Durchfall und Kotwasser f\u00fchren kann.<br \/>Werden die Giftstoffe \u00fcber die Darmwand aufgenommen, werden sie \u00fcber die Blutbahn im K\u00f6rper verteilt. Durch die Entgiftung wird die <strong>Leber<\/strong> vermehrt belastet.<br \/>Auch die <strong>Haut<\/strong> des Pferdes gilt als Ausscheidungsorgan von Giftstoffen. Deshalb leiden viele Pferde w\u00e4hrend der Weidesaison vermehrt unter Juckreiz.<br \/>Lagern sich die Toxine in den der Huflederhaut an, kann daraus eine schmerzhafte <strong>Hufrehe<\/strong> entstehen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3><strong>Welche Pferde sind gef\u00e4hrdet?<\/strong><\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine zu hohe Fruktanaufnahme belastet jeden Pferdeorganismus. Deshalb sollte bei allen Pferden Wert auf ein passendes Weidemanagement gelegt werden. Vor allem das Anweiden im Fr\u00fchjahr sollte langsam und nicht zu fr\u00fch erfolgen.<br \/>Ein ganz besonderes Augenmerk auf das Weidemanagement sollte bei fruktanempfindlichen Pferden gelegt werden. Dazu z\u00e4hlen Hufrehe gef\u00e4hrdete Pferde, sowie Pferde die unter EMS, Cushing, Sommerekzem oder einer instabilen Darmflora leiden. Sie sollten nur bei fruktanarmer Witterung auf die Weide gelassen werden. Zudem sollte der Koppelgang nur eine begrenzte Zeit oder mit Fressbremse erfolgen. Abrupte Futterumstellungen sind zu vermeiden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h3><strong>Fruktan im Raufutter<\/strong><\/h3>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Auch Raufutter enth\u00e4lt Fruktan. Der Fruktangehalt variiert je nach Schnittzeitpunkt. F\u00fcr stoffwechselkranke Pferde ist ein Heu zu empfehlen, das zwischen dem Ende des Rispenschiebens und dem Anfang der Gr\u00e4serbl\u00fcte geschnitten wurde. Eine fruktanarme Witterung w\u00e4re w\u00fcnschenswert, ist aber praktisch h\u00e4ufig nur schwer umzusetzen. Sehr fr\u00fch im Jahr geschnittenes Heu, oder auch ein kurzer zweiter Schnitt weisen meist h\u00f6here Fruktangehalte auf. Da Fruktan wasserl\u00f6slich ist, kann durch ein einst\u00fcndiges Waschen des Heus der Fruktangehalt im Heu deutlich gesenkt werden. Jedoch werden dabei auch Vitamine ausgewaschen und die mikrobielle Aktivit\u00e4t im nassen Heu steigt rasant an.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2><strong>Was kann ich tun, um hohe Fruktanaufnahmen und ihre Folgen zu vermeiden?<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<ul class=\"wp-block-list\">\r\n<li>Die Weide im Fr\u00fchjahr d\u00fcngen<\/li>\r\n<li>Bei einer Neuansaat oder Nachsaat eine fruktanarme Gr\u00e4sermischung w\u00e4hlen<\/li>\r\n<li>Sp\u00e4t anweiden, erst zu Gr\u00e4serbl\u00fcte mit dem Anweiden beginnen<\/li>\r\n<li>Langsam anweiden, in kleinen Zeitabschnitten die Weidezeit steigern<\/li>\r\n<li>Nach kalten N\u00e4chten unter 5\u00b0C die Pferde nicht am Morgen auf die Weide stellen<\/li>\r\n<li>An sonnigen Tagen den Koppelgang am sp\u00e4ten Nachmittag und Abend meiden<\/li>\r\n<li>Bei extremer Hitze und Trockenheit die Weidezeit verringern oder unterlassen<\/li>\r\n<li>Eine \u00dcberweidung der Koppelfl\u00e4che vermeiden, abgegrasten und abgem\u00e4hten Wiesen Zeit zur Erholung geben<\/li>\r\n<li>Die Weidezeit zeitlich begrenzen<\/li>\r\n<li>Fressbremsen verringern die Grasaufnahme<\/li>\r\n<li>Fr\u00fches Abweiden im Herbst, sobald die N\u00e4chte k\u00e4lter werden<\/li>\r\n<li>Die Grasaufnahme im Winter und bei Frost g\u00e4nzlich vermeiden<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Zudem empfiehlt sich bei Futterumstellungen, wie dem Anweiden, die Gabe von Erg\u00e4nzungsfuttermitteln zur Bindung von Toxinen im Darm. Die Giftstoffe werden nicht absorbiert, sondern mit dem Kot ausgeschieden. Der Organismus wird so weniger belastet. Bei stoffwechselkranken Pferden und Pferden die empfindlich auf Fruktan reagieren kann die Gabe auch \u00fcber die ganze Weidesaison erfolgen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Entsprechende Produkte, die entstehende Toxine im Darm binden k\u00f6nnen sind z.B. das <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/navi.php?qs=Arbozym\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">HippoSport Arbozym<\/a> oder das <a href=\"https:\/\/www.hipposport.de\/IWEST-Ergaenzungsfutter-MAGNOZYM-fuer-Pferde\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">IWEST Magnozym<\/a>.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist eigentlich Fruktan? Fruktan ist ein langkettiges Kohlenhydrat, welches in Pflanzen als kurzzeitiger Energiespeicher dient. Es wird haupts\u00e4chlich im Stengel der Pflanze gespeichert. 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