Völlig unter Strom - So wird die Koppel zu einem sicheren Platz für unsere Pferde

 

Die Tage werden länger, das Wetter besser, die Koppelsaison kann beginnen. Für unsere Vierbeiner steht jetzt die wohl schönste Zeit an. Endlich ab auf die Koppel! Aber bevor unsere Pferde über die Wiese galoppieren oder einfach entspannt grasen können, steht für die Besitzer unbedingt der „Weidecheck“ an. Ist der Zaun sicher? Kann der Strom ungehindert fließen? Welches Beweidungssystem eignet sich am besten für meine Pferde? Gibt es Alternativen zum klassischen Weidezaun?  Wir haben versucht, etwas Licht in den Fragen Dschungel, rund um das Thema „Weide“ zu bringen. In diesem Beitrag geben wir euch Tipps zum optimalen Aufbau eines Zauns und der Funktionsweise eines Elekrozauns.

shutterstock 298710401Der richtige Weidezaun für Pferde

Eine gute Verpackung hilft, das Produkt optimal zu schützen. Ähnlich sollte man auch den Aufbau der Koppel angehen. Erst ein funktionsfähiger Zaun ermöglicht stressfreie Tage für alle Beteiligten. Um den Pferden die Zeit auf der Koppel so sicher und angenehm wie möglich zu gestalten, gibt es bei der Auswahl des richtigen Weidezauns einiges zu beachten. Wir geben euch einen Überblick über wichtige Punkt zum dem Thema, natürlich immer unter Berücksichtigung der „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“. Diese sind in voller Länge beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einzusehen.

Der Weidezaun dient nicht nur dem Einzäunen der eigenen Tiere, sondern auch zum Schutz vor anderen Tieren. Deshalb sollte er ausbruchs- und verletzungssicher, stabil und langlebig sein. Nur so kann eine größtmögliche Sicherheit für Mensch und Tier gewährleistet werden.

Der Weg zum „Weidezaun-Experten“ beginnt mit dem grundlegenden Aufbau eines Elektrozauns.

Die Eckpfosten sollten aus stabilem Material wie zum Beispiel Holz sein, da Kunststoffpfähle der hohen Zugkraft nicht standhalten. Damit es nicht zu einer Bedrängung rangniedriger Tiere oder abrupten Stoppmanövern kommt, ist es außerdem wichtig, direkte Ecken oder spitze Winkel zu vermeiden oder mit einem zusätzlichen Zaun abzuteilen.

Für die Zwischenpfosten sollten folgende Leitlinien beachtet werden:

  • Zaunhöhe über dem Boden: mindestens 0,75 x Widerristhöhe (+i. d. R. 1/3 des Pfahls im Boden)
  • Abstand zwischen den einzelnen Pfählen: 2,6m bis max. 5m je nach Zaunmaterial
  • Bänderanzahl (Querabgrenzung): mindestens 2 – 4 je nach Risikobereich
  • Höhe des untersten Strombands über dem Bodem: 40 – 70 cm je nach Größe der Pferde
  • Abstand zwischen den einzelnen Strombändern: 40 – 70 cm

Gute Zaunverbinder bringen den Strom bis ans Ende der Koppel

Wurden alle Abstände und Höhen beachtet können die Bänder gespannt werden. Liegt die Koppel in einer sehr windigen Gegend, sollten die Zaunbänder gedreht gespannt werden, da somit die Angriffsfläche der Windböen kleiner wird. Müssen zwei Zaunstücke verbunden werden, sollten dafür unbedingt Horizont Bandverbinder benutzt werden. Mit diesen haben die leitfähigen Fasern im Zaunmaterial einen guten Kontakt zueinander und die Leistung des Weidezaungeräts gelangt bis ans Ende der Koppel. Werden zwei Bänder oder Seile nur geknotet, entsteht der Kontakt eher zufällig oder nur schlecht. Der Widerstand im Zaun wächst mit jedem Knoten und es ist immer weniger Leistung am Zaun. Die Pferde merken vielleicht, dass es an manchen Stellen gar nicht schlimm ist, den Zaun zu berühren. Gleiches gilt auch für Bewuchs, der den Zaun berührt und zu einer Verschlechterung der Leistung führt.

Warum Querverbindungen im Weidezaun sinnvoll sind

Die verschiedenen Strombänder sollten an verschiedenen Stellen durch Querverbindungen miteinander verbunden werden, z.B. mit dem Horizont Bandverbindungskabel mit Schraubplatten. Wenn ein Band an einer Stelle beschädigt ist, kann der Strom dann eine "Umleitung" nehmen. So wird verhindert, dass große Teile des Zauns ohne Strom sind, falls zum Beispiel nahe am Gerät eine kaputte Stelle des Bands oder ein Fehler im Zaun besteht. Besonders sinnvoll ist eine Verbindung gleich in der Nähe des Weidezaungeräts. Das Gerät ist meistens nur an das unterste Band oder Seil angeschlossen. Über eine nahe Querverbindung kommt der Strom sofort auch auf die mittlere(n) und obere Litze. Gibt es keine Verbindung müsse der Strom zunächst die ganze Koppel umrunden, bis er auf der nächsthöheren Ebene ankommt. Wäre auf diesem Weg der Zaun beschädigt, könnten die anderen Litzen ganz ohne Strom sein. Das gleiche gilt natürlich auch für andere Anschluss-Stellen, zum Beispiel nach einer Unterführung am Tor. Auch hier sollten die Litzen bald wieder verbunden werden.

Das Weidezaungerät wird durch ein Netzkabel, eine Batterie oder einen Akku mit Strom versorgt und über ein Zaunanschlusskabel mit dem Stromleiter, also dem Weidezaunband, verbunden. Der Strom wird vom Weidezaungerät impulsweise abgegeben. Die Erdung ist das Gegenstück des Stromleiters. Sie leitet den Strom bei Berührung zurück zum Weidezaungerät. Berührt das Pferd den Zaun wird der Stromkreislauf geschlossen. Der Strom fließt vom Zaun durch das Pferd in die Erde zur Erdung. Ohne korrekte Erdung kann keine Stromversorgung sichergestellt werden.

So erklärt sich auch, weshalb die Hütewirkung eines Stromzaums bei sehr trockenem oder gefrorenem Boden nachlässt. In beiden Fällen enthält der Boden nicht ausreichend Feuchtigkeit um den Strom zur Erdung zu leiten. Der Stromkreislauf kann nicht geschlossen werden. Daher sollten die Erdstäbe möglichst tief in den Boden gerammt werden, um auch bei großer Trockenheit oder Kälte noch in feuchte beziehungsweise ungefrorene Erdschichten zu reichen. Je stärke das Gerät und je länger der Zaun, desto mehr Erdpfähle werden benötigt.

Die Hütewirkung eines Stromzauns basiert auf der Durchströmung des Pferdekörpers mit sehr kurzzeitigen elektrischen Stromimpulsen. Der kurze Schreckmoment beruht auf der impulsartigen Muskelkontraktion. Aber keine Sorge - diese gefährdet nicht die Gesundheit des Pferdes, sondern signalisiert ihm lediglich seine Grenzen.

Um die Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten sollte regelmäßig an verschiedenen Stellen die Zaunspannung geprüft werden, z.B. mit dem Horizont Zaunprüfer Trapper. Außerdem müssen vor allem an öffentlichen Wegen in regelmäßigen Abstanden Warnschilder angebracht werden.

Mit dem optimalen Weidezaun stehen dem Vierbeiner entspannte Stunden auf der Koppel bevor, ohne dass sich sein Besitzer über mögliches Ausbrechen und die Folgen sorgen müsste.

Produkte für den Weidezaunbau wie Strombänder und verschiedene Weidezaungeräte findet Ihr in unserem Onlineshop in der Kategorie Weidezaun.

 

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Mittwoch, 22 April 2020 09:04