Stärke

Stärke ist ein leichtverdauliches Kohlenhydrat, welches die Hauptenergiekomponente in Getreide darstellt.

Stärke wird im Dünndarm durch die körpereigene Amylase aus dem Bauchspeichel gespalten. Jedoch können im Dünndarm nur ca. 1g Stärke pro 1kg Körpergewicht des Pferdes und Mahlzeit verdaut werden. Diese Obergrenze muss bei der Rationsgestaltung unbedingt berücksichtigt werden.

Bei der Fütterung sind fein- und grobkörnige Stärke zu unterscheiden. Die feinkörnige Stärke des Hafers wird zu 80% im Dünndarm verdaut, während die grobkörnige Stärke von beispielsweise Mais und Gerste nur in sehr geringen Teilen von der Amylase gespalten werden kann. Eine Wärmebehandlung der grobkörnigen Stärke verbessert deren Dünndarmverdaulichkeit sehr, weshalb nur thermische aufgeschlossene Gerste und Mais verfüttert werden sollte.

Bei der Fütterung von zu viel Stärke (mehr wie 1g Stärke pro 1kg Körpergewicht und Mahlzeit) oder der Fütterung von grobkörniger Stärke fließt die im Dünndarm unverdaute Stärke in der Dickdarm, wo sie von den Mikroorganismen zerlegt wird. Bei zu großen Mengen kann es jedoch zu Fehlgärungen kommen, welche zu Koliken führen können. Durch das saure Milieu sterben einige Mikroorganismen ab und bilden dabei Giftstoffe, die über die Darmwand resorbiert werden und so in den Blutkreislauf gelangen. In größeren Mengen können sie dort feine Gefäße verstopfen und so in der Huflederhaut eine Hufrehe auslösen.
Um dies zu vermeiden sollte unbedingt die Höchstgrenze der Amylasetätigkeit beachtet und nur thermisch aufgeschlossene grobkörnige Stärke verfüttert werden.