Hilfe, es juckt! - Sommerekzem beim Pferd

 

Hilfe, es juckt! In der warmen Jahreszeit kämpfen viele Pferde und Ponies mit dem Sommerekzem. Die Ursachen, Möglichkeiten zur Pflege sowie Tipps zur Fütterung sollen daher nun einmal näher betrachtet werden.

Was ist das Sommerekzem überhaupt?

Der Begriff Sommerekzem beschreibt eine allergische Reaktion der Haut auf die Stiche der Culicoides-Mücke (Gnitze) oder Kriebelmücke. Es ist eine Typ-I-Allergie, die allergische Reaktion entsteht also direkt nach dem Stich. Typische Symptome für ein Sommerekzem sind ständiger Juckreiz, Haarverlust sowie blutige Stellen. Betroffene Stellen sind vorwiegend am Hals, am Mähnenkamm, an der Schweifrübe, der Kruppe, dem Rücken und der Bauchnaht des Pferdes zu finden. Durch den ständigen Juckreiz sind die Pferde oft gestresst, kommen nicht zur Ruhe und können die Zeit auf der Koppel nicht genießen.

Was sind die Ursachen für das Sommerekzem?

Allergisch bedingtes Ekzem

Beim allergisch bedingten Ekzem reagiert der Pferdeorganismus auf verschiedene Allergene. Meist ist dies der Speichel der Kriebelmücke, der durch den Stich mit dem Pferd in Kontakt kommt. Im Speichel befinden sich Proteine, die eine Überreaktion des Immunsystems bei empfindlichen Pferden auslöst. Verstärkt wird die allergische Reaktion durch Sonneneinstrahlung und Pollenflug.

Teilweise kann die Bereitschaft eine Allergie zu entwickeln genetisch bedingt sein, sie kann aber auch stoffwechselbedingt entstehen.

Ekzem als Folge von Stoffwechselbelastung

Zu den Entgiftungsorganen gehören die Leber, die Nieren, der Darm und auch die Haut des Pferdes. Durch stoffwechselbelastende Faktoren wie Toxine werden diese Entgiftungsorgane geschwächt. Besonders die Leber hat aber eine wichtige Aufgabe für den Schutz des Immunsystems. In Folge von einem geschwächten Immunsystem besteht eine größere Gefahr, dass das Pferd eine Allergie ausbildet.

Nährstoffmangelbedingtes Ekzem

Beim nährstoffmangelbedingtem Ekzem kommen meist Mängel bei den Spurenelementen Zink, Kupfer, Selen und Mangan vor. Neben dem Immunsystem, das durch den Mangel geschwächt ist, wird auch die Hautregeneration langsamer. Wunden brauchen längere Zeit um abzuheilen und die Haut ist nicht so belastbar wie bei einer optimalen Versorgung, sie neigt eher zu Schuppen und spröden Stellen. Im ungünstigsten Fall infizieren sich kleine Wunden, die zum Beispiel durch Scheuern entstehen, zusätzlich mit Bakerien oder Pilzen. Dies kann neuen Juckreiz auslösen und die Wundheilung weiter verlangsamen. 

 

Pferd mit Sommerekzem auf einer WeideWie kann man die betroffene Haut des Pferdes pflegen?

Die richtige Pflege der vom Sommerekzem betroffenen Pferde ist besonders wichtig. Hierbei geht es darum, den Juckreiz zu stillen, um weiteres Aufscheuern zu verhindern und die Haut geschmeidig zu halten. 

Betroffene Stellen wie Mähne und Schweif können am besten mit flüssigen Lotionen behandelt werden. Die Bauchnaht sowie wenig behaarte Stellen mit dünnerer Haut und offene Wunden können mit Cremes gepflegt werden. 

Gelegentlich sollten Pflegemittelreste mit einem milden Shampoo ausgewaschen werden. Hier gilt jedoch: Weniger ist mehr. Im Gegensatz zu Lotionen und Cremes sollten Shampoos nicht täglich angewendet werden, um die Schutzschicht der Epidermis (äußerste Schicht der Haut) nicht anzugreifen. Darüber hinaus sind Pferdeshampoos auf den pH-Wert der Haut des Pferdes abgestimmt. Dieser unterscheidet sich von dem der menschlichen Haut, daher ist ein Shampoo für Pferde deutlich besser geeignet als ein normales Shampoo für den Menschen. Tipps zum Waschen des Pferdes findet Ihr auch in unserem Beitrag Schöner (im) Sommer.

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Welche Möglichkeiten gibt es, um dem Sommerekzem durch ein angepasstes Fütterungsmanagement vorzubeugen?

Zunächst sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen (vor allem Zink, Kupfer, Selen und Mangan) geachtet werden. Auch eine zusätzliche Fütterung von Biotin kann einen guten Einfluss auf den Hautstoffwechsel haben. Ein Blutbild kann hierbei Aufschluss über einen möglichen Mangel geben.

Außerdem hat die Zufuhr von essentiellen Fettsäuren wie die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren eine große Bedeutung, unter anderem für die Regulierung von Entzündungsprozessen. Diese könnt Ihr in der Ration optimal ergänzen durch unser HippoSport LiquiZem.

Die Entgiftungsorgane, wie die Leber, sollten durch eine spezielle Fütterung mit bitterstoffhaltigen Kräutern gestärkt werden. Des Weiteren sollte man versuchen, stoffwechselbelastende Faktoren so gut wie möglich zu reduzieren und daher auf eine gute Qualität von Grundfuttermitteln wie Heu, Stroh und Kraftfutter achten. Auch eine eiweiß-, zucker- und stärkearme Ernährung entlastet die Entgiftungsorgane.

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Freitag, 28 Juni 2019 13:23