Rübenschnitzel

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Rübenschnitzel

Rübenschnitzel als Pferdefutter

Rübenschnitzel, Zuckerrübenschnitzel, Melasseschnitzel oder Trockenschnitzel - all diese Begriffe meinen das gleiche Pferdefutter.

Rübenschnitzel bestehen aus den Resten der Zuckerrüben, die bei der Zuckerproduktion übrigbleiben. Sie enthalten einen großen Anteil an Pektinen und Hemicellulosen, die von der Darmflora verdaut werden können. Daher zählen Rübenschnitzel eher zum Raufutter als zum Kraftfutter, auch wenn sie keine wirksame Struktur enthalten. Auf Grund dieser fehlenden Struktur können die Rübenschnitzel nur eine Ergänzung aber keinen vollständigen Raufutterersatz darstellen.

Dennoch sind sie ein beliebtes Futter, besonders für dünne oder alte Pferde, da die Rübenschnitzel für die Darmflora leicht verdaulich sind. Durch den enthaltenen Zucker sind sie für viele Pferde besonders schmackhaft und werden gerne gefressen. Die eingeweichten Schnitzel sind auch für ältere Pferde oder Pferde mit Zahnproblemen gut zu kauen.

Dadurch, dass sie im vorwiegend im Dickdarm verdaut werden, steht die enthaltene Energie dem Pferd eher langsam zur Verfügung, macht es nicht heiß und eignet sich gut für Ausdauerleistungen. Zusätzlich liefern sie dem Pferd Feuchtigkeit. Genau wie bei Heu kann das Pferd dieses Wasser nutzen um den Verlust durch den Schweiß auszugleichen.

Rübenschnitzel bei Cushing, EMS und Hufrehe? Auf den Zuckergehalt kommt es an!

Obwohl "Zuckerrübenschnitzel" den "Zucker" im Namen haben, können sie auch bei Cushing (ECS), Equinem Metabolischem Syndrom (EMS) und Hufrehe gefüttert werden. Allerdings nur, wenn es sich um die richtige Sorte mit dem entsprechend reduzierten Zuckergehalt handelt. Während normale Melasseschnitzelpellets oft einen Zuckergehalt von 16-19% haben, gibt es auch spezielle Produkte mit reduziertem Zuckergehalt. Dieser liegt dann bei etwa 5% - das ist weniger als in normalem Heu oder Stroh enthalten ist!
Daher werden diese zuckerreduzierten Rübenschnitzel unter anderem für Pferde mit Stoffwechselproblemen wie Cushing oder Hufrehe empfohlen. Ein weiterer Vorteil ist, dass zuckerreduzierten Rübenschnitzel oft "vorgekocht" sind und besonders schnell quellen. Die Quellzeit wird damit auf 10 bis 20 Minuten reduziert, was die Fütterung deutlich einfacher macht. Ein bekanntes Beispiel dieser schnell quellenden, zuckerreduzierten Trockenschnitzel ist das Pavo SpeediBeet.

Auch bei Pferden mit PSSM ist die Fütterung von zuckerreduzierten Rübenschnitzeln als Ersatz für Kraftfutter möglich. Je nachdem wie die sonstige Ration aussieht, können die Rübenschnitzel noch durch Öl (Leinöl) und ein Futtermittel mit hochwertigem Eiweiß zur Unterstützung der Muskulatur ergänzt werden.

Zuckerrübenschnitzel richtig füttern!

Ganz wichtig bei der Fütterung von Rübenschnitzeln ist, dass sie niemals trocken gefüttert werden dürfen. Durch das hohe Quellvermögen vergrößert sich das Volumen der Rübenschnitzel-Pellets beim Quellen derart, dass eine Schlundverstopfung droht oder dass der Magen des Pferdes reißen kann. Dies ist tödlich für das Pferd!

Um dem vorzubeugen, sollten die Zuckerrübenschnitzel vor der Fütterung vier bis fünf Stunden eingeweicht werden. Um gründlich zu quellen benötigen sie etwa die vierfache bis fünffache Menge des Eigengewichts an Wasser. Viele Pferdebesitzer lassen die Rübenschnitzel auch über Nacht quellen. Das ist in der Regel kein Problem, wenn sichergestellt ist, dass kein Pferd das Futter in der Zwischenzeit erreichen kann. Lediglich an sehr warmen Sommertagen besteht die Gefahr, dass die eingeweichten Melasseschnitzel anfangen zu gären. In diesem Fall sind sie als Pferdefutter nicht mehr geeignet! Um dies zu vermeiden, sollten sie an einem eher kühlen Ort abgestellt werden.

Welche Menge Zuckerrübenschnitzel kann ich meinem Pferd füttern?

Zuckerrübenschnitzel können in Mengen bis zu 300g pro Tag pro 100kg Körpergewicht des Pferdes gefüttert werden. Das Wasser zum Einweichen zählt natürlich nicht dazu! So große Mengen sind bei den meisten Pferden allerdings nicht nötig. Selbst bei einem alten oder dünnen Pferd, das zunehmen soll, sind 500g pro Tag ein guter Anfang - besonders wenn die Rübenschnitzel eine Ergänzung des sonstigen Futters sind und somit zusätzlich (und nicht als Ersatz für Kraftfutter) gefüttert werden.