Hygiene

Eine einwandfreie Futterqualität bei Krippen- und Raufutter ist unerlässlich. Diese kann nur erreicht werden wenn bei der Herstellung und Lagerung der Futtermittel gewisse Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Beim Herstellungsprozess von Pellets werden diese durch die hohen Temperaturen von 80°C unter Zugabe von Wasserdampf gepresst. Die meisten Keime werden durch diesen Vorgang abgetötet. Bei der Müsliherstellung werden meist nicht ganz so hohe Temperaturen erreicht, weshalb Pellets meist eine etwas höhere hygienische Qualität aufweisen als Müslifutter.

Pferdefutter sollte kühl und trocken, und möglichst außerhalb des Tier- und Stallbereichs gelagert werden. Bei der Lagerungsdauer sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Deklarationszettel des Futters beachtet werden. Futtersäcke sollten nicht direkt auf dem Boden und an Wänden gelagert werden, da sie daraus Feuchtigkeit ziehen. Besser ist die Lagerung auf Paletten. Offene Futtersäcke dürfen nicht für Vögel und Nager zugänglich sein, da diese Krankheitserreger wie Leptospiren übertragen können. Deshalb sollte offenes Futter besser in geschlossenen Futtertonnen aufbewahrt werden. Eine korrekte Lagerung des Futters schützt auch vor anderen Lagerschädlingen wie Milben oder Motten.

Werden Futtermittel nicht sachgemäß aufbewahrt, kommt es zur Veränderung des Aromas und der Konsistenz, oder zum Verderb des Futters. Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen, Milben und Schimmelpilze, welche die schädlichen Mykotoxine produzieren, können sich vermehren. Wird solch ein verdorbenes Futter verfüttert, sind Verdauungsstörungen wie Koliken oder Durchfall, sowie das Auftreten von Leberschäden und allergischen Reaktionen die Folgen. Fällt das Futter optisch, durch den Geruch oder die Konsistenz unangenehm auf, sollte es besser nicht mehr verfüttert werden.

Aber auch beim Raufutter ist eine einwandfreie hygienische Qualität von sehr großer Bedeutung. Heu, Heulage und Silage sollten fachgerecht geschnitten, getrocknet und eingebracht werden. Heu sollte trocken und geschützt gelagert werden. Da Rundballen nicht so stark gepresst werden und somit besser belüftet werden, weisen sie meist eine bessere Qualität auf, als große Quaderballen. Gleiches gilt auch bei Stroh. Bei einem später liegenden Schnittzeitpunkt des Heus, wie auch bei schlechtem Erntewetter, steigt die Keimbelastung im Heu an, da das geerntete Gras bereits stärker mit Keimen belastet ist.

Heulage- und Silageballen können problemlos draußen gelagert werden. Sie sollten jedoch mit der glatten Seite aufgestellt, und nicht auf die runde Seite gelegt werden, da die Folie an der glatten Seite durch mehr Wicklungen stabiler ist.

Das Raufutter sollte möglichst frei von Verunreinigungen und Fremdkörpern sein. Bei einer hohen Erdkontamination sollte das Mähwerk höher eingestellt werden. Silageballen die Tierkadaver enthalten sollten aufgrund der Gefahr von Botulismus keinesfalls verfüttert werden. Schimmeliges Raufutter sollte ebenfalls nicht verfüttert werden, da Mykotoxine den Pferdeorganismus stark belasten.

Eine gute Heuqualität ist zu erkennen an einer frischen grünen Farbe, einem angenehmen, aromatischen Geruch und einem weichen bis rauem Griff. Braun-schwarzes, grau schimmeliges, klammes und muffig riechendes Heu sollten nicht verfüttert werden.
Eine gute Heulage und Silage riecht säuerlich-aromatisch. Eine mangelhafte, nicht zu verfütternde Qualität ist zu erkennen an einem alkoholischen, schimmeligen oder fauligem Geruch, einer in Folge von Nachgärung entstandenen Erwärmung und weiß-gräuliches Farbveränderungen.

Bevor man Rau- und Krippenfutter dem Pferd anbietet, sollte man sich immer über eine einwandfreie hygienische Futterqualität vergewissern.