Dickdarm

Der Dickdarm lässt sich unterteilen in den Blinddarm (Zäkum), Grimmdarm (Kolon) und Mastdarm (Rektum). Er fasst eine Länge von 8 m, die der Darminhalt in ca. 40 Stunden passiert.
Der Blinddarm und das Kolon stellen durch die hier angesiedelten Mikroorganismen die Gärkammer der Verdauung des Pferdes dar. Die hier stattfindende Rohfaserverdauung ist eine Besonderheit des pferdischen Verdauungstraktes. Die für den Menschen unverdauliche Rohfaser aus beispielsweise Heu, wird im Dickdarm des Pferdes durch die Mikroorganismen verarbeitet, und kann so vom Pferdeorganismus genutzt werden.

Die Mikroorganismen verdauen die schwerverdaulichen Kohlenhydrate und die unverdauten Nährstoffe aus dem Dünndarm. Sie bilden daraus flüchtige Fettsäuren, die vom Pferd über die Darmwand aufgenommen und energetisch genutzt werden. Neben Gasen synthetisieren die Mikroorganismen auch hochwertiges Eiweiß, das jedoch nur in geringem Maße vom Pferd genutzt werden kann. Auch stammen von ihnen die wasserlöslichen Vitamine, weshalb bei einer intakten Darmflora beim Pferd kaum ein Mangel an B-Vitaminen und Vitamin C entsteht.

Wichtig ist auch die Funktion der Wasserspeicherung im Dickdarm durch das aufgenommene Heu. Dies enthält einen hohen Rohfaseranteil, welcher Wasser, und die darin gelösten Elektrolyte binden kann. Diese Speicherfunktion sollte vor allem im Distanz- und Turniersport nicht in Vergessenheit geraten. Die dort eingesetzten Pferde sollten stets genügend Heu zu sich nehmen, um so mehr Wasser zu speichern, und einer Dehydrierung entgegen zu wirken.

Jedoch sind die Mikroorganismen im Dickdarm sehr spezifisch ausgerichtet und empfindlich. Bei einem Einstrom von beispielsweise zu großen Mengen Stärke oder leichtverdaulichen Kohlenhydraten in den Blinddarm kommt es schnell zu Fehlgärungen, welche zum Absterben der Mikroorganismen führen. Neben Koliksymptomen kann durch die von den abgestorbenen Mikroorganismen produzierten Giftstoffe auch eine Hufrehe entstehen.
Auch bei Antibiotikagaben wird ein Teil der Darmflora erheblich gestört und muss sich zuerst wieder regenerieren.

Im Mastdarm wird dem Darminhalt das Wasser entzogen, der Kot geformt und letztendlich auch ausgeschieden.